Erneuerbare Energien: Ja, aber…

Radioaktivität

Angesichts der dramatischen Vorkommnisse im havarierten Kernkraftwerk Fukushima reißen auch in Deutschland die Diskussionen um Kernkraft und erneuerbare Energien nicht ab. Der Ruf nach einem raschen Ausstieg wird immer lauter und Umfrageergebnisse zeigen, dass die deutschen Bürger sogar bereit sind, dafür einen höheren Strompreis zu zahlen.

Auch, wenn der Bundesverband Erneuerbarer Energien verkündet, dass der Strom bis zum Jahr 2020 zu 47 Prozent aus regenerativen Quellen stammen könnte, bleibt doch zu klären, wie der Ausbau vonstatten gehen soll. Eine schwierige Angelegenheit!

Einerseits streben viele Bundesbürger ein Mehr an regenerativen Energien an, um so schnell wie möglich von der tickenden Zeitbombe AKW loszukommen. Auf der anderen Seite mehren sich die Proteste. Etwa gegen den Ausbau des Stromnetzes, um den aus Windenergie erzeugten Strom vom Norden in den Süden des Landes zu bringen. Elektrosmog ausgehend von oberirdischen Leitungen wird befürchtet und rein optisch will niemand auf die Kabelgiganten blicken.

Schon heute produzieren die Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein bei starkem Wind mehr Strom, als in der Region verbraucht wird. Eine Beförderung zu Gebieten, in denen dieser Strom genutzt werden könnte, ist durch den Zustand der Netze auf Dauer kaum möglich. Ein Ausbau des Leitungsnetzes muss her, denn auch die Zahl der Windkraftanlagen und damit die Stromerzeugung steigt stetig. Und auch in diesem Bereich gibt es wieder zahlreiche Proteste, sowohl von Tier- und Umweltschützern, als auch von Anwohnern.

Ebenso geht es auf dem Sektor der Biogasanlagen zu, groß sind die Gegenstimmen, wenn es um den Bau von neuen Biogasanlagen geht. Bleiben noch die allseits beliebten Solaranlagen, obschon sie längst nicht bei allen Bürgern auf Beliebtheit stoßen, ist ihr Anblick doch nicht unbedingt von umwerfender Ästhetik geprägt. Wasserkraft ist für viele ebenfalls nicht dazu geeignet, sich von Gas und Erdöl loszusagen und auch hier werden negative Auswirkungen auf die Natur, insbesondere die Fischpopulation befürchtet.

Liebe Leute, ihr müsst euch langsam einmal entscheiden. Was möchtet ihr? Atomstrom: Nein! Ausbau der Erneuerbaren: Ja, aber mit diversen Einschränkungen! Ich denke, Japan ist Anlass genug, um eine neu Ära der Energieversorgung einzuleiten und die kann nicht mit einem ewigen Ja oder Nein einhergehen, sondern mit einem klaren Ja für die Erneuerbaren! Diese Technologie steht uns schließlich schon zur Verfügung, sie muss nur ausgebaut werden und das geht nicht, wenn immer wieder horrende Beträge in die Atomenergie fließen!

Judith Schomaker

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