Erneuerbare Energien decken deutschen Strombedarf zu 25 Prozent

Green Energy

Mit ganzen 35 Prozent sollen die erneuerbaren Energien sich bis zum Jahr 2020 am deutschen Stromverbrauch beteiligen. Dass im ersten Halbjahr dieses Jahres der Weg dafür geebnet wurde, zeigte sich, als der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Ende Juli die neuesten Zahlen bekannt gab. Danach steuern die erneuerbaren Energien schon 25 Prozent zum Bruttostromverbrauch bei.

Diese 67,9 Milliarden Kilowattstunden werden vor allem von der Windenergie gestemmt. Die kostengünstigste Ressource der erneuerbaren Energien macht im gesamten Strommix daher 9,2 Prozent aus. Des Weiteren ist die hohe Beteiligungsrate der regenerativen Energien der Biomasse zu verdanken. Die Photovoltaik steht an dritter Stelle und steuert 5,3 Prozent bei. Hier ist ein riesiger Sprung festzustellen, da es sich im ersten Halbjahr 2011 noch um 3,6 Prozent handelte. Auch die Wasserkraft legte um 0,8 Prozent zu und wird hierzulande zu vier Prozent für den Stromverbrauch genutzt. Im Jahr 2011 kamen gerade 20 Prozent des Stromverbrauchs von den erneuerbaren Energien.

Die Daten zum restlichen Strommix liegen noch nicht vor. Es ist demzufolge unklar, ob die Braunkohle als größter Energieversorger abgelöst wurde – letztes Jahr betrug ihr Anteil am Stromverbrauch in Deutschland 24,6 Prozent. Steinkohle und Atomkraft wurden 2011 dagegen schon von den erneuerbaren Energien überholt.

Die Braunkohle wird trotzdem einer der wichtigsten Energieträger in Deutschland bleiben, denn die großen Stromkonzerne setzen weiterhin auf den heimischen Energieträger. Länder wie Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen deren Förderung ebenso voran bringen und setzen damit ein Zeichen gegen die Energiewende.

Kosten der Energiewende

Diese ist nämlich nicht gerade kostengünstig und so machen die Bedenken auch vor dem Wirtschafts- und dem Umweltminister nicht Halt. Angesichts des Ausbauziels der erneuerbaren Energien wollen sie ihre zukünftigen Wähler nicht mit zu hohen Strompreisen verschrecken. Und im Magazin Spiegel wurde unlängst Kritik an der weiterführenden Solarförderung und den Kosten der Energiewende geübt.

Denn Netzausbau und Energieeffizienz lassen auf sich warten, während der Ausbau der Solarenergie voran schreitet: Mit 1,2 Millionen Solaranlagen konnten im ersten Halbjahr 14,7 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Laut einer Studie kann sich der Solarstrom auf sieben Prozent im Jahr 2016 steigern.

Strompreise und Zugeständnisse bei der Industrie

Der Strompreis für den Endkunden setzt sich zusammen aus den Kosten für Erzeugung, Transport und Vertrieb. Diese sind in den letzten Jahren angestiegen. Hinzu kommen Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, die Förderung nach dem EEG sowie dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz. Dennoch sind die erhöhten Kosten nicht nur auf die erneuerbaren Energien zu schieben. Denn die Subventionen für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind weniger angestiegen als der Strompreis seit Einführung des EEG.

Viele Unternehmen haben Schlupflöcher gefunden, um die Kosten der Energiewende zu umgehen. Zum Beispiel werden die Braunkohleunternehmen von der Förderabgabe befreit. Und nach dem Abschalten der Atomkraftwerke kam die Regierung auch der Metallbranche entgegen: Die energieintensiven Betriebe sollten keine Erhöhung der Strompreise mittragen.

Zudem sind Unternehmen mit einem Energieberverbrauch von mehr als 7.000 Stunden Strombezug und einem Stromverbrauch von über zehn Gigawattstunden pro Jahr seit Januar 2011 vom Netzentgelt befreit. Und diese Woche beschloss das Bundeskabinett eine Verlängerung der Befreiung von der Ökosteuer für rund 25.000 Unternehmen bis zum Jahr 2022.

Im Endeffekt zahlen einige Unternehmen nur 0,3 Prozent der Umlage, obwohl sie 18 Prozent des Stromes verbrauchen. Die finanzielle Lücke müssen dann die restlichen Verbraucher füllen. Der BUND fordert daher Überprüfungen der Befreiungen und Sonderregelungen bei der EEG-Umlage der Industrie. Denn die Kosten der Energiewende sollten auch von den großen Stromkonzernen bewältigt werden.

Jenny Lohse

1 Kommentar