Entwicklung der Energieforschungsprogramme im Überblick

Quelle: aboutpixel.de/Bargeld lacht © H. K.

Im vergangenen Jahr lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bei rund 16,8 Prozent und damit 0,5 Prozent hoher als noch im Vorjahr. Bei der Wärmeerzeugung betrug der Anteil der Erneuerbaren 9,8 Prozent, ebenfalls mehr als im Jahr 2009. Nimmt man den Kraftstoffverbrauch mit ins Boot, so ergibt sich ein Anteil der Erneuerbaren von rund 11 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland. Hierdurch wurden 120 Millionen Tonnen CO2-Emission vermieden, 26,6 Milliarden Euro investiert und 367.400 Menschen ein Arbeitsplatz geschenkt.

Bis zum Jahr 2020 soll der Bruttoendenergieverbrauch zu 18 Prozent aus erneuerbaren Energieträgen gedeckt werden, bis zum Jahr 2050 sollen es dann 35 Prozent sein. Auch die Treibhausgasemissionen sollen bis 2050 drastisch gesenkt werden. Um 80 bis 95 Prozent weniger Treibhausgas soll dann im Gegensatz zum Jahr 1990 in die Luft geblasen werden. Damit diese ehrgeizigen Ziele erfüllt werden und die Entwicklung der erneuerbaren Energie auf sämtlichen Ebenen vorangetrieben wird, hat die Bundesregierung spezielle Instrumente ins Leben gerufen. Das Marktanreizprogramm, das Erneuerbare-Enerigen-Gesetzt und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzt forcieren den Anteil der Erneuerbaren und sollen die Markteinführung unterstützen.

Ein Instrument, das schon vor der Markteinführung greift, ist hingegen die Forschungsförderung. Eine vom Bundesumweltministerium (BMU) geförderte Initiative, dessen Grundlage das Energieforschungsprogamm bildet. Gefördert werden in diesem Rahmen Projekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland steigern und gleichzeitig nachhaltige Arbeitsplätze in diesem Bereich schaffen. Im Jahr 2010 wurden mit 120,2 Millionen Euro 580 bereits laufende Forschungsprojekte unterstützt und 184 Projekte neu bewilligt, für die wiederum weitere 140 Millionen Euro für die insgesamt rund dreijährige Projektlaufzeit eingeplant wurden.

Die Schwerpunkte der einzelnen Projekte liegen dabei auf der Kostensenkung bei der Nutzung erneuerbarer Energiesysteme, der Optimierung selbiger, um dem stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien gerecht zu werden und dabei den Fokus auf die Umweltverträglichkeit zu legen. Vor allem auf dem Windenergiesektor, der künftig den wohl größten Anteil des Ressourcen schonenden Stroms ausmacht und dem derzeitigen Leitmarkt, der Photovoltaik, liegt das Hauptaugenmerk und damit die Förderschwerpunkte. An den neu bewilligten Projekte trug im Jahr 2010 die Windenergie einen Anteil von 37,6 Prozent (52.956 Euro), bei der Photovoltaik waren es mit 39.842 Euro immerhin 28,3 Prozent. Doch auch die Systemintegration, um die steigenden Erträge aus erneuerbaren Energien in das Gesamtsystem der Versorgung zu integrieren und zu optimieren werden durch Fördermittel forciert. Betrug die Förderung der Systemintegration im Zeitraum von 2007 bis 2010 im Durchschnitt nur 5,6 Prozent, stieg der prozentuale Anteil an den neu bewilligten Projekten im Jahr 2010 um 3,1 Prozent auf insgesamt 8,7 Prozent (12.227 Euro) an.

Das Potenzial von Sonne, Wind und Wasser ist zwar riesig, es muss jedoch zunächst nutzbar gemacht werden. Die dafür notwendige Technologie muss also effizienter und optimaler gestaltet werden, um in Zukunft fossile Energieträger wie Öl, Kohle oder Atomenergie abzulösen. Die Förderprojekte sind dabei ein sinnvoller und unverzichtbarer Meilenstein auf dem Weg in eine umweltfreundliche Energietechnologie. Nach dem aktuellen 6. Energieforschungsprogramm sind Unternehmen, sowie Hochschulen, aber auch außerschulische Forschungseinrichtungen berechtigt einen Antrag auf Forschungszuschuss zu stellen, die ihren Sitz in Deutschland haben und darüber hinaus die fachliche und wirtschaftliche Kompetenz besitzen, um ihr Vorhaben durchführen zu können. Zudem muss das Vorhaben eine starke Signifikanz zur Problemlösung beitragen, den Stand der Technik weiterentwickeln und dabei mit hohen wirtschaftlichen und technischen Risiken behaftet sein. Die Durchführung sollte den Zielen und Interessen des Bundes entsprechen und im Bundesgebiet verwendet werden.

Judith Schomaker

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