Energiewende muß nicht auf billige Stromspeicher warten

Flexible Stromnutzung ersetzt so manche teure Speichertechnologie

Wegen des EEG sind die Kosten erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne gesunken und liegen in vielen Weltregionen bereits unter denen fossiler. Um ihren Durchbruch zu verzögern, wird der „schwarze Peter“ von interessierter Seite jetzt auf ihre Wetterabhängigkeit geschoben: Weil Wind und Sonne nicht immer verfügbar sind, müssen Kohlekraftwerke „die Versorgung sichern“. Was plausibel klingt, stimmt natürlich nicht. Wer ab und zu ein Auto benötigt, muss es nicht mit laufendem Motor vor der Tür stehen haben. Gebraucht wird ein Energiesystem, das Strom vor allem dann nutzt, wenn Wind und Sonne ihn erzeugen. Zu anderen Zeiten braucht man dann weniger, und für das (LED)-Licht muss zwar ein Kraftwerk laufen – aber nur ein kleines und auch nur zeitweise.

Um Verfügbarkeit von Strom rund um die Uhr zu sichern, ruhen große Hoffnungen auf Batterien, die überschüssige Energie der PV-Kraftwerke mittags aufnehmen und abends zur Verfügung stellen sollen. Oder Sommer-Sonnenkraft bis zum Winter aufbewahren. Das aber wird nicht passieren, selbst wenn die Batteriekosten weiter sinken, und obwohl Batterien eine wichtige Rolle im Stromnetz der Zukunft haben. Nicht nur die Internationale Energieagentur nennt Batterien „die teuerste Form der Energiespeicherung“.

Viel billiger ist die Ausschöpfung vorhandener Flexibilität: Wann genau der Geschirrspüler läuft, ist meist egal, sofern er bei Heimkehr des Nutzers fertig ist. Also lässt man in vorzugsweise dann laufen, wenn viel Energie erzeugt wird. Oft wird diese Flexibilität als „zu klein“ abgetan. Ja, der Stromverbrauch solcher Geräte ist gering. Berücksichtigt man aber, dass heute rund 70% der Primärenergie zu Verkehrs- und Heizzwecken genutzt wird, die zukünftig durch Regenerative ersetzt werden sollen, erkennt man, dass viele Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Mikro-BHKW hinzukommen werden, um die Energiewende zu vervollständigen. Sie können im Stromnetz als „virtuelle“ Speicher wirken und Bedarf und Kosten von Batterien als „reale“ Speicher mindern. Solche kleinen Speicher müssen in der Anbindung an das „smarte“ Netz natürlich billig sein. Da man bisher wenig auf die Kosten der Kommunikationstechnik achtete, wurde das Potential von Kühlschränken, Gefriertruhen und  Waschmaschinen ausgeklammert. Bei 40 Millionen Haushalten in Deutschland gibt es aber viele davon. Um sie einzubinden, sollte man also nach billigeren Methoden suchen.

Intelligente Lastenverteilung ist der günstigere „Stromspeicher“
Dazu benötigt man kein herkömmliches „Smart Meter“. Es wurde erfunden, um Daten zu sammeln und eine Kommunikationsverbindung ins Haus zu schaffen – zusätzlich zu Kabel, DSL und Mobilfunk. Dabei ist Datenerfassung nur eine Vorstufe, der wirkliche Nutzen sind zeitabhängige Tarife. Wer im Internet seinen Flug bucht, weiß, dass und warum die Preise schwanken: verfügbaren Maschinen werden bestmöglich gefüllt. Ähnlich funktionieren zeitabhängige Stromtarife. Aber man muss niIMG 9705  Doneckercht den Verbrauch jedes einzelnen Kunden kennen, um zu wissen, wann Strom reichlich und billig oder knapp und teuer ist. Seit vor 130 Jahren Stromnetze gebaut wurden, wissen Kraftwerke, ob sie mehr oder weniger produzieren sollen. Mit derselben Methode kann man den Strompreis ändern und Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht bringen. Dann profitieren alle im Netz davon, dass mehr Erneuerbare genutzt werden können, sowie von geringeren Investitionen in Speicher und Kommunikationstechnologie. Sie tragen mit ihren flexiblen Geräten zum Gelingen der Energiewende bei und werden angemessen honoriert. Kostenlos dazu gibt es garantierten Schutz der persönlichen Daten.

Easy Smart Grid entwickelt Produkte und Lösungen hierzu für Anwendungen, bei denen nicht nur mehr regenerative Erzeugung aufgenommen werden kann, sondern dadurch auch die Stromkosten sinken. Dies ist heute der Fall, wo Dieselgeneratoren die Stromversorgung sichern, also in abgelegenen Urlaubsregionen und kleineren Stromnetzen weltweit. Bald wird auch bei uns regenerative billiger als konventionelle Erzeugung sein, dann könnte unser Stromsystem in solche Netzzellen umgebaut sein, die neben Kupferleitungen auch Strommarktplätze enthalten, in denen jeder überschüssigen Strom seines Nachbarn kaufen kann.

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