Energiewende: Kosten werden immer ungerechter verteilt

Die Kosten für Bereitstellung und Unterhalt der Stromnetze werden in Deutschland den Verbrauchern als Teil des Strompreises in Rechnung gestellt. Dass es dabei nicht immer unbedingt gerecht zugeht, zeigt jetzt eine Studie des Berliner Think-Tanks Agora Energiewende. Die Ergebnisse der Studie hat das Nachrichtenmagazin „Zeit Online“ gestern veröffentlicht.

Demnach zahlen Kunden in Düsseldorf 4,75 Cent je Kilowattstunde an Netzengelt. In Brandenburg sind es mit 9,88 Cent mehr als das Doppelte. Der Grund für diese starken Preisschwankungen hängt eng mit der Energiewende zusammen. Da Solaranlagen und Windparks in einigen Regionen wesentlich häufiger gebaut werden, muss dort auch das Verteilernetz stärker nachgerüstet werden. Auch die Strecken, die der Ökostrom von den meist ländlich gelegenen Kraftwerken bis in die Ballungsgebiete zurücklegen muss, variieren stark. Muss er über größere Entfernung transportiert werden, steigen in diesen Gebieten die Netzentgelte.

Die Folge ist, laut Studie, dass die Kosten für die Energiewende bzw. den Ausbau erneuerbarer Energien immer ungerechter verteilt werden. Vor allem Menschen auf dem Land und in Ostdeutschland zahlen oft mehr Netzentgelt, als Westdeutsche oder Städter. Das führt auch zu einer schwankenden Akzeptanz der Energiewende an sich. Agora Energiewende empfiehlt daher eine bundesweite Angleichung der Netzentgelte. Da die Energiewende ein gesamtdeutsches Projekt sei, müsse auch bei der Verteilung der dadurch entstehenden Kosten Solidarität gezeigt werden, so das Urteil der Studie.

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