Energiewende fordert Umdenken

Welche Vorteile erwarten Sie sich von der Smart Grid Entwicklung?

Der Atomausstieg ist beschlossen, Ende 2022 geht auch das letzte Atomkraftwerk vom Netz, ein Zurück gibt es nicht mehr. Doch damit allein ist es nicht getan, der Atomausstieg erfordert ein Umdenken. Und ein gewisses Maß an Toleranz, von jedem, denn der Umstieg ist nicht umsonst.

Hauptprobleme wie die Speicherbarkeit, die Effizienz und die Versorgung benachteiligter Landstriche liegen im Fokus. Schließlich soll Energie auch nach dem Atomausstieg sicher und bezahlbar sein – für jeden. Die Regierung macht dafür Milliardenbeträge locker. Ganze 3,4 Milliarden Euro fließen bis zum Jahr 2014 in Forschung, Effizienz und nicht zuletzt in eine der Kernproblematiken, die Förderung innovativer Speicher für regenerative Energien und den Netzausbau.

Doch die Milliardenbeträge der Regierung sind längst nicht alles, was den Umstieg auf erneuerbare Energien ausmacht. Sauberen Strom gibt es schließlich nicht zum Nulltarif und Konflikte lassen sich auch hier nicht vermeiden. Zugeständnisse und Einschränkungen kommen auf uns zu, die von drei zentralen Problemen beherrscht werden.

Zum einen ist da die Landschaft, die sich in zunehmendem Maße verändern wird. Deutlich sichtbarer, als die Atommeiler wird sie sein, die saubere Energie. Windräder und Stromtrassen werden Teil der neuen Landschaft und sind über weite Strecken hin sichtbar. Auch die Monokultur für die Energie vom Acker wird sichtbar sein, schon heute überwiegt in vielen Landesteilen der Maisanbau. Das ist zwar längst nicht so störend für den Betrachter wie die zahlreichen Windräder, dafür tut es der Umwelt nicht gut – die Monokultur laugt die Böden aus. Und nicht zuletzt sind es die Kosten, die die Energiewende verursacht, die tragen die Verbraucher nämlich gleich doppelt. Durch die höhere Vergütung des Ökostroms – die Energie aus regenerativen Quellen kann (noch) nicht so günstig geliefert werden, wie die aus Atom- und Kohlekraftwerken – wird der Strom teurer, der Verbraucher zahlt also mehr. Aber nicht nur die höheren Stromkosten, auch die Sanierungsauflagen für Immobilien, um Energie zu sparen, werden von Immobilienbesitzern auf die Mieter umgelegt und die Mehrausgaben mit höheren Mieten wieder eingefahren.

Dennoch gibt es auch zahlreiche positive Effekte, die der Atomausstieg so mit sich bringt, von den offensichtlichen – der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und dem Schutz der Umwelt – einmal ganz abgesehen. Da wären zum Beispiel die vielen neuen Arbeitsplätze, die die Energiewende mit sich bringt. Schon jetzt arbeiten in Deutschland rund 370.000 Menschen im Bereich alternativer Energien. Fachkräfte sind gefragt wie nie, Mittelstand und Handwerk bringen ebenfalls zahlreiche neue Jobs hervor, Tendenz steigend. Die Wende bringt zudem den Standort Deutschland voran und führt das Land zur Vorreiterstellung im Bereich der Zukunftstechnologien. Schon jetzt kommt die Technik der Greentec Bewegung oftmals aus Deutschland und so manch ein Unternehmen verdient wesentlich mehr Geld mit sauberer Energie, als mit ihrem ursprünglichen Industrieschwerpunkt.

Es gibt keine Alternative! Wir müssen uns auf die Energiewende einstellen, ob wir wollen oder nicht. Der Umgang mit Energie und das Verhalten wird sich in Zukunft ändern (müssen) – und das sollten wir nicht als Risiko bewerten, sondern als Chance auf eine bessere Zukunft.

Judith Schomaker

1 Kommentar

  • Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir uns auf eine dezentrale Energieversorgung einstellen.
    Das größte Potenzial liegt in den Kommunen. Ein bis zwei Windanlagen könnten gerade im Westerzgebirge
    ein Dorfgemeinschaft mit Windenergie zum größten Teil abdecken. Große geplante Windparks rufen immer
    die Gegner „Gegenwind“ auf den Plan, zumal jedes Umweltverträglichkeitsgutachten dann anfechtbar ist.

    MfG
    S. Unger