Energetische Amortisation – die Kennzahl für Zweifler

Viele Menschen bringen bei der Diskussion um die Erzeugung von regenerativen Energien die hohen Erzeugungskosten für beispielsweise Windenergieanlagen oder Solarzellen mit ins Spiel. Hartnäckig hält sich das „Gerücht“, dass eine Anlage, die umweltfreundliche Energie erzeugt, sehr lange braucht, bis sie die Energie der Herstellung und Erstellung wieder erwirtschaftet hat.

Zum Glück gibt es die Kennzahl der „Energetischen Amortisation“, es ist die Zeit, nach der die Anlage die Energie, die für Produktion, die Errichtung, Betrieb und Entsorgung gebraucht wird, wieder eingebracht hat. Oft wird auch vom Erntefaktor gesprochen. Mit ihr werden alle Zweifler eines Besseren belehrt, denn sie liegt bei regenerativen Energien sehr hoch. Eine neue Windkraftanlage in einer windreichen Küstenregion erzeugt bereits nach drei bis vier Monaten soviel Energie, wie für die Herstellung, Transport, Errichtung und Betrieb nötig waren. Sogar Anlagen in Hinterland kommen mit nur sechs bis sieben Monaten Amortisationszeit aus. Dabei sollte man es nicht mit der wirtschaftlichen Amortisation verwechseln, also die Zeit, in der sich eine Anlage finanziell rentiert.

Bei Photovoltaikanlagen sind die Werte nicht ganz so günstig, sie haben ihre Herstellungsenergie nach 2,5 bis fünf Jahren erwirtschaftet, mit der deutlichen Tendenz nach unten. Durch Optimierung der Herstellungsprozesse sind heute schon Werte von einem Jahr möglich.

Ein anderer wichtiger Faktor ist der CO2 Ausstoß bei der Produktion. Um Anlagen miteinander zu vergleichen, wurde die CO2-Amortisationszeit eingeführt, die Zeit, nach der die Anlage die angefallene Menge CO2, die aus der Produktion, der Errichtung und dem Betrieb entsteht, wieder eingespart hat. Verglichen wird mit Werten aus dem deutschen Strommix, eine Windenergieanlage erreicht dabei die Amortisationszeit nach einem halben Jahr, bei Photovoltaikanlagen kann es dagegen bis zu zehn Jahren dauern.

De facto kann somit allen Zweiflern gesagt werden, dass von der ökologischen Seite regenerative Energien unschlagbar sind; die Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen ist ein anderes Thema.

Ludger Schomaker

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