EcoShaker: Nie wieder leere Batterien


1948 wird die Fernbedienung entwickelt. Seit 1955 ist der praktische Helfer kabellos. Seit 2007 werden Batterien nicht mehr leer. Seit 2007? Haben die Batterien meines Garagentoröffners nicht erst kürzlich versagt? Dabei gibt es doch den EcoShaker. Eine Batterie, die nie leer wird. Erfunden von zwei jungen Talenten, deren Erfindung niemand kennt.
Eine Spurensuche.

„Shake it like a Polaroid picture!“ Vielleicht war es genau das, was sich Daniel Wolpert und Stefan Bender 2006 dachten. Deutschland wird Dritter bei der Fußball WM im eigenen Land. Millionen Zuseher verfolgen die Spiele und ärgern sich über leere Batterien in ihren Fernbedienungen. So entsteht eine Idee, deren Einfachheit verblüfft und dazu führt, dass Batterien (beinahe) niemals leer werden.

Wolpert und Bender verwenden ein simples physikalisches Prinzip. Dieses besagt, dass Energie entsteht, wenn ein Magnet innerhalb einer Spule in Bewegung gesetzt wird. Um die Erfindung universell anwenden zu können, werden zwei unterschiedliche Modelle entwickelt. Man orientiert sich an den gängigen Batteriegrößen AA und AAA. Äußerlich unterscheiden sich die Schüttelbatterien nicht von handelsüblichen Batterien, die somit problemlos ersetzt werden können.

Im Inneren befinden sich jedoch ein Permanentmagnet und eine Induktionsspule. Schüttelt man den EcoShaker, so entsteht dabei genug Energie, um etwa eine Fernbedienung 400 mal verwenden zu können. Die Schüttelbatterie ist einfach in der Handhabung und für Niedrigenergieverbraucher bestens geeignet.

2007 wird das Patent angemeldet. Eine Batterie, die niemals leer wird. Ebenso wird der EcoShaker bei „Jugend forscht“ vorgestellt. Danach wird es ruhig um das Thema. Schüttelbatterie? Nie gehört.

Eine Nachfrage ergibt, dass die originalen EcoShaker noch heute bei Familie Wolpert im Einsatz sind. Berechnungen der beiden Deutschen haben ergeben, dass die Lebenserwartung des EcoShakers bis zu 15 Jahren beträgt. Es ist kaum abzuschätzen, wie viele Tonnen Zink, Nickel, Kadmium und Quecksilber allein in Deutschland durch die Umstellung auf Schüttelbatterien eingespart werden können. Hinzu kommt der große finanzielle Nutzen für den Konsumenten.

Warum es den EcoShaker heute nicht zu kaufen gibt, lässt sich nicht beantwort. Anwendungsmöglichkeiten finden sich in jedem Haushalt. Übrigens: Wie viele Fernbedienungen hatten Sie heute schon in der Hand?

Joachim Kern

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