E-Auto mit Windkraft betanken

Elektromobilität schön und gut, aber was nützen die ambitioniertesten Ziele, wenn der Strom aus der Ladestation im Kohle- oder Atomkraftwerk generiert wird? General Electric (GE) hat sich gemeinsam mit dem New Yorker Unternehmen Urban Green (UGE) Gedanken gemacht und ein vertikales Windrad mit einer Ladestation für Elektroautos kombiniert. Damit wird das Elektrofahrzeug nun tatsächlich zu einer ‚grünen‘ Technologie.

Sanya Skypump heißt die integrierte Ladestation, die in Spanien in der Nähe von Barcelona installiert wurde und einen Chevy Volt in vier Stunden aufladen kann. Das System kombiniert eine GE-DuraStation mit einem Vier-Kilowatt-Windrad von urban Green. 15 Meter hoch ist die Anlage, und sehr flexibel außerdem, denn der schlanke Turm kann auch in eng bebauter städtischer Umgebung stehen. Die Montage ist ein Kinderspiel – nach Angaben von GE und UGE dauert die Installation weniger als zwei Stunden.

Urban Green ist auf Windkraftanlagen spezialisiert und hat unterschiedliche Konzepte zum Einsatz von Windenergie im Alltag entwickelt. In San Francisco oder in New Jersey werden bereits erfolgreich Straßenlaternen mit Windenergie betrieben. Die erste Sanya Skypump steht am spanischen Hauptquartier von Cespa, einem Umweltdienstleistungsunternehmen. Bis Ende des Jahres sind weitere Anlagen in den USA und Australien geplant. General Electric und Urban Green sind überzeugt davon, dass das integrierte Ladesystem schon bald weltweit zum Auftanken von Elektrofahrzeugen eingesetzt werden könnte. Sinnvoll ist es in jedem Fall, die Anlagen dort aufzustellen, wo länger geparkt wird, etwa an Einkaufszentren, Autohöfen oder Autobahnraststätten.

Der Ruf nach einer Kombination von Elektromobilität und Windenergie wurde schon früher laut. Angeblich genügen 160 herkömmliche Windräder, um eine Million Elektroautos anzutreiben – zum Vergleich: In Deutschland sind derzeit rund 20.000 Windanlagen in Betrieb.

Josephin Lehnert

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