Drittgrößte Solarstrom-Dachanlage der Welt steht in Deutschland

Drittgrößte Solarstrom-Dachanlage der Welt; Foto: juwi

In Philippsburg steht eines derweltweit modernsten und produktivsten Logistik- und Distributionszentren der Reifenindustrie. Betrieben wird sie vom Reifenhersteller Goodyear Dunlop. Allerdings wird von hier aus nicht nur die weltweite Auslieferung von Reifen des Herstellers in über 120 Länder gesteuert: Die Unternehmen PV julist und juwi haben auf dem Dach des Reifenlagers die drittgrößte Solarstrom-Dachanlage der Welt installiert. Dadurch werden die Dachflächen der Fertigungshallen nun auch für die Stromerzeugung genutzt.

Solarenergie reicht für Kleinstadtversorgung aus

Mit einer Leistung von ungefähr 7,4 Megawatt erzeugt sie rund 7,3 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr und deckt damit den Jahresbedarf von rund 1.800 Haushalten, was sie zur größten jemals errichteten Aufdachanlage Deutschlands macht.

Mit Leistungsmerkmalen, die sonst nur im Freiflächenbetrieb erzielt werden (95.500 Solarmodule auf einer Fläche von knapp 87.000 Quadratmetern), leistet die Anlage auch einen nicht unerheblichen Beitrag zum Klimaschutz: Pro Jahr wird durch den Betrieb der Ausstoß von knapp 5.000 Tonnen klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) vermieden.

Zweitnutzung von Industriedachflächen für die Stromerzeugung

Die Anlage ist bereits Ende letzten Jahres ans Netz gegangen, die Dünnschichtmodule lieferte First Solar. Sie demonstriert eindrucksvoll, welche lukrativen Möglichkeiten Industrie und Gewerbe bei der Nutzung der Dachflächen ihrer Fertigungshallen durch die Installation von Photovoltaikanlagen nutzen können. Nicht nur der positive Effekt für ein umweltbewusstes Image des Unternehmens spielt hierbei eine Rolle.

Auch die Einnahmen aus der Einspeisung der Solarenergie ins bundesweite Stromnetz beziehungsweise die Verpachtung der Dachflächen an Dritte können für das Unternehmen positiv zu Buche schlagen. Darüber hinaus handelt es sich bei den für die Energieerzeugung genutzten Dächern um bereits vorhandene Flächen, die nicht extra gebaut werden müssen, wodurch sich die Investitionskosten für den Bau der Solaranlage insgesamt verringert haben.

Daniel Seemann

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