Die Heizikone

Heizikone

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine Kirche, auch der Name erscheint ein wenig heilig. Beides scheint vom Hersteller gewollt zu sein, denn die Heizikone ist mehr als „nur“ eine Wärmeerzeugungsanlage mittels Biomasse. Zumindest in der Erscheinungsform ist die Konstruktion, die in ihrem Inneren eine bekannte alternative Heizform beherbergt, recht außergewöhnlich.

Gerade für die Wohnungswirtschaft und für Kommunen sind Alternativen zu fossilen Energieträgern recht dünn gesät. Eine Wärmeversorgung mit regenerativen Energien im großen Stil bietet optisch meistens nicht sehr ansprechende Lösungen. Die Heizikone der B&O SaatInvest Heizhaus OHG verbindet energieeffizientes, umweltfreundliches Heizen mit erneuerbaren Energien und einer ansprechenden Optik. Hinter ihr verbirgt sich die komplexe Technik, die zur Wärmeversorgung mittels Biomasse nötig ist: der Biomassekessel und die Container für den Brennstoff, um die konstante Versorgung mit Holzhackschnitzeln sicherzustellen. Das Heizhaus kann hierdurch auch in Standorte integriert werden, die aus optischen Gründen auf erneuerbare Energien verzichten würden – etwa bei Hotels, in Wohnquartieren oder in der Nähe von Parkanlagen.

Kapelle als Vorbild

Ein technisches Gebäude zu gestalten ist relativ einfach. Dieser Technik eine Form zu geben, die ansprechend in unterschiedlichen Bebauungsgebieten integrierbar und dabei nicht mit Einbußen in Sachen Funktionalität behaftet ist, gestaltet sich schon schwieriger. Diese unterschiedlichen Aspekte und Gedanken wurden vom Designer des umbauten Biomassekessels aufgegriffen. Für die optische Gestaltung hat dem Architekten Matteo Thun die St. Veith Kapelle aus Südtirol Modell gestanden.

Das Innenleben des Biomasseheizkessels versteckt sich dabei hinter einer mit Lärchenschindeln verkleideten Holzständerbauweise und lehnt sich hierdurch nochmals an das Thema Biomasse an. Tor und Front sind aus brüniertem Kupfer, während der Sockel aus Nagelfluh, einem Sedimentgestein, errichtet wurde. Der Heizkessel, mit einer Leistung von 500 Kilowatt, wird in der Serienversion innerhalb einer kompakten Abmessung von acht mal acht Metern und einer Höhe von 13,5 Metern eingehaust.

Umweltfreundliche Wärme

Im Inneren der Heizikone ist ausreichend Platz für alle technischen Komponenten der Biomasseanlage. Höchste Effizienz gewährleistet der neu entwickelte Heizkessel. Laut Herstellerangaben wird durch modernste Filtertechnik eine besonders hohe Reinigungsleistung des Abgases erreicht. Mit dem Einsatz getrockneter Holzhackschnitzel (Restfeuchte beträgt weniger als 15 Prozent), die aus Waldrestholz aus der Region erzeugt werden, sind zudem die Transportwege kurz, was die Emissionen reduziert. Durch die Anbindung in das Nahwärmenetz wird die umweltfreundliche Wärme in die einzelnen Gebäude geleitet. In der Musteranlage auf dem B&O Parkgelände in Mietraching, Bad Aibling, sind neben dem Wechselcontainer mit den Holzhackschnitzeln zeitweise auch Holzpellets während des Containerwechsels im Einsatz.

Eine gelungene Idee, die zeigt, dass erneuerbare Energien auch ganz „hübsch“ verpackt werden können. Die Heizikone gibt es übrigens auch mit anderen Oberflächen, sodass sie sich optisch individuell an bereits vorhandenen Objekte und Gebäude anpassen lässt.

Judith Schomaker

2 Bemerkungen

  • Klasse Sache, klasse ‚Verpackung‘! Besser kann man Heizkessel kaum einkleiden. Macht viel aus – habe ich erst kürzlich an meinem eigenen Fenster gemerkt – sonnengelbe Sensuna Plissees zur Wärmeregulierung (und natürlich als Sichtschutz). Sie bringen tolles Licht in meine Räume und von außen passt es sich gut an die Hausfassade an (gelbe Ziegelsteine).
    Alternative Energien, umweltbewusstes Denken und hin zu Nachhaltigkeit und Fair Trade – finde ich unterstützenswert und hoffe auf viele Nachahmer!!