Deutschland erstmals mit 100 % Erneuerbaren versorgt

Ökostrom
Ökostrom

Am Pfingstsonntag wurde erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland der komplette Strombedarf mit Erneuerbaren Energien gedeckt. Das geht aus aktuellen Daten von „Agora Energiewende“ hervor. 100 Prozent Ökostrom – soviel wie kein anderes Land in Europa.

Zwar konnte der Rekord nur für rund eine Stunde gehalten werden, dennoch zeigt er, dass die deutsche Energiewende zumindest bei der Stromerzeugung auf Erfolgskurs zu sein scheint.

Die Betreiber fossiler Kraftwerke bringt das ins Bedrängnis. Erneut mussten sie für den Verkauf ihres Stroms draufzahlen.

Korrektur der Meldung vom 18.05.16

Wie die Organisation Agora Energiewende mitteilt, wurde am Pfingstsonntag doch keine 100 Prozent Ökostrom erreicht. Daten vom Abend des Pfingstmontags hätten ergeben, dass lediglich ein Ökostromanteil von etwa 82 Prozent erreicht wurde. Der nachfolgende Beitrag ist daher faktisch nicht korrekt. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Am Pfingstsonntag war es für rund eine Stunde soweit: Zwischen 14 Uhr und 15 Uhr wurde 100 Prozent der benötigten Elektrizität mit Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerken sowie mit Biomasseanlagen erzeugt. Der Grund für dieses historische Rekordniveau: Perfekte Wetterbedingungen in vielen Teilen Deutschlands und ein besonders niedriger Stromverbrauch aufgrund des langen Wochenendes.

Bereits eine Woche zuvor am Muttertag sah es ähnlich gut aus für die Erneuerbaren. Die Bedingungen waren fast so gut wie an Pfingsten und mit einem Ökostromanteil von 88 Prozent war der bisherige Rekord aufgestellt worden. Das führte die Betreiber von fossilen Kraftwerken in Bedrängnis: Vor allem Kohle-, und Atommeiler können nicht flexibel genug runter-, bzw. wieder hochgefahren werden. Ein massives Strom-Überangebot entsteht, das die Preise an der Strombörse in Leipzig bis in den Negativbereich fallen lässt.

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Auch am Pfingstsonntag mussten die fossilen Kraftwerks-betreiber für ihren Strom draufzahlen. Fast 35 Euro für eine Megawattstunde kostete sie die Stromerzeugung kurz-fristig. Die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen hingegen hatten Glück: da die Einspeisung von re-generativer Energie ins Stromnetz immer Vorrang hat, waren sie von der missgünstigen Situation nicht betroffen.

100 Prozent Erneuerbare Energie – dieser Umstand wird leider auch für die nächsten Jahrzehnte nur ein seltener Einzelfall bleiben. Bereits am Sonntagabend mussten die fossilen Kraftwerke wieder rund 20 Gigawatt ins deutsche Stromnetz einspeisen. Abends, wenn keine Sonne mehr scheint, geht auch die Leistung der Solaranlagen gegen Null zurück. Deshalb wird wohl auch künftig bis auf weiteres fossile Energie benötigt werden, um die starken Schwankungen der Erneuerbaren-Energieerzeugung auszugleichen.

Quelle: Trend der Zukunft

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