Deutschland braucht deutliches Klimaziel 2050

Die Energiewende droht zu scheitern. Bundesregierung muss Klimaziel 2050 präzisieren.
Die Energiewende droht zu scheitern. Bundesregierung muss Klimaziel 2050 präzisieren.

Die Bundesregierung sollte ihr Klimaziel 2050 schnellstmöglich präzisieren. Das fordert die Deutsche Energie-Agentur im Rahmen einer jüngst veröffentlichten Studie. Noch in dieser Legislaturperiode sollte sich das Kabinett auf klare Maßnahmen einigen. Sonst droht die Energiewende zu scheitern. Die Experten der Dena errechneten vier unterschiedliche Szenarien, wie die Energiewende noch zu schaffen ist. Die Studie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Gutachtern, Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Sie stammen aus allen für die Energiewende relevanten Sektoren.

Wird an den aktuellen Rahmenbedingungen festgehalten, verfehlt Deutschland den geltenden Zielkorridor von 80 bis 95 Prozent weniger Emissionen im Vergleich zu 1990 eklatant. Ein Referenzszenario, das die Dena errechnete, führt lediglich zu einer Minderung der Emissionen bis 2050 um rund 60 Prozent.

„Unsere Szenarien zeigen: Nicht alles, was auf den ersten Blick als naheliegende Lösung erscheint, führt unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen mit anderen Sektoren zum gewünschten Ziel“, so Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung.

Statt an den bisherigen Maßnahmen festzuhalten, empfehlen die Studienautoren ein schnelles Festlegen auf eines von vier praxisnahen Szenarien.

Vier Szenarien für Klimaziel 2050

Zwei Elektrifizierungsszenarien gehen davon aus, dass der größte Teil des Energieverbrauchs in der Zukunft mit Strom gedeckt wird. Das schließt die Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie weitestgehend mit ein. Gedeckt wird der Strombedarf vorrangig aus Wärmepumpen oder strombasierten Produktionsanlagen wie etwa Photovoltaik.

Weiterhin erstellten die Studienautoren zwei Szenarien, in denen ein Mix aus Technologien zum Einsatz kommt. Dazu wird ein breiteres Spektrum aus unterschiedlichen Technologien und Energieträgern genutzt. Darunter befinden sich flüssige und gasförmige Brennstoffe, wie Methan oder Wasserstoff. Diese Energieträger werden durch Ökostrom aus erneuerbaren Energien synthetisch hergestellt.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Technologiemixszenarien im Vergleich einfacher realisierbar wären. Sie bauen stärker auf die bestehende Infrastruktur auf und sind gesellschaftlich besser akzeptiert. Weiterhin überzeugen sie durch mehr Flexibilität. Für sämtliche Szenarien allerdings gilt, dass die Energieeffizienz massiv gesteigert und die erneuerbaren Energien ausgebaut werden müssen.

Andreas Kuhlmann betont, dass es bei der Energiewende weniger um Kosten, denn um Investitionen in die Zukunft geht: „Energiewende und Klimaschutz sind gesamtgesellschaftliche Fortschrittsprojekte von enormer Tragweite und Komplexität. Wenn wir eine Energiewende wollen, die möglichst wirtschaftlich ist und von der Gesellschaft getragen wird, sollten wir heute marktorientierte Rahmenbedingungen für einen breiten Technologiemix schaffen. Nur so werden wir die vielfältigen Potenziale unterschiedlicher Technologien ausreichend nutzen können. Das ist Grundvoraussetzung für die Erreichbarkeit der Ziele.“

Quelle: Dena