Deutsch-Amerikanische Energietage: Erneuerbare im Fokus

Amerikanische und deutsche Flagge; Bild: shutterstock

Am 12. und 13. Mai 2011 finden in Berlin im Haus der Deutschen Wirtschaft die 3. Deutsch-Amerikanischen Energietage zum Thema „Global Energy Challenges – Transatlantic Business Opportunities“ statt. Veranstalter sind die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) und die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA).

Auf der Konferenz wird es inhaltlich um einen praxisorientierten Überblick über den US-Energiemarkt, die Integration erneuerbarer Energien in das Energiesystem und die Finanzierung von Erneuerbare-Energien-Projekten gehen. Ein thematischer Schwerpunkt der Konferenz werden darüber hinaus verschiedene Foren zu Erneuerbaren wie zum Beispiel dem Markt für Windenergie sein.

Rahmenbedingungen für die Offshore-Windenergiebranche verbessert

Seit dem Antritt der Regierung von Präsident Obama haben sich die Rahmenbedingungen beispielsweise für die Offshore-Windenergiebranche in den USA erheblich verbessert. Unter anderem wurden die regulatorischen Richtlinien bezüglich der Vermietung von Staatsflächen bei Offshore-Windenergieprojekten ausgearbeitet. Auf diese hatte die Branche jahrelang vergeblich gewartet.

Diese positive Entwicklung fand ihren vorläufigen Höhepunkt in der „National Offshore Wind Strategy“. Sie sieht die Installation einer Kapazität von 54 Gigawatt an Offshore-Windenergieleitung in den USA bis 2030 vor. Um die hohen Produktionskosten zu reduzieren, stehen in den nächsten fünf Jahren rund 50 Millionen US-Dollar für die Förderung von Windenergieforschung und -entwicklung zur Verfügung.

Initialzündung für einen Offshore-Boom in den USA

Der erste Schritt in diese Richtung ist durch die Genehmigung des „Cape-Wind“-Projekts vollzogen worden, die in Branchenkreisen als Initialzündung für einen Offshore-Boom in den USA angesehen wird. Der Baubeginn für die 130 Windkraftturbinen mit einer Gesamtkapazität von 468 Megawatt vor der Küste Massachusetts soll noch dieses Jahr erfolgen. Strom dürfte ab 2013 ins Netz eingespeist werden. Ungefähr ein Dutzend weiterer Projekte sind laut dem US-amerikanischen Windenergieverband AWEA vor der US-Ostküste beantragt, die Gesamtkapazität beläuft sich auf rund 5.000 Megawatt.

Ein wesentlicher Kostentreiber für die Branchenunternehmen ist laut Marktexperten die Netzanbindung für Offshore-Windenergieanlagen. Dies könnte sich vor der Ostküste allerdings in den nächsten Jahren ändern. Die „Atlantic Wind Connection“ plant ein etwa 560 Kilometer langes Unterseekabelnetzwerk zu verlegen, das Strom von Windkraftanlagen vor der US-Ostküste zu vier Knotenpunkten am Festland übertragen soll. Wenn das Netz fertig gestellt ist, können Windkraftanlagen mit einer Kapazität von etwa sechs Gigawatt angeschlossen werden.

Daniel Seemann

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