Der Wettbewerb im Solarsektor nimmt zu

Nur noch wenige Tage, dann ist es mal wieder soweit. Es geht in diesem Artikel jedoch nicht wie vermutet um energieneutrale Weihnachten oder den erneuerbaren Rutsch ins Neue Jahr, sondern um die nächste 13-prozentige Kürzung der PV-Einspeisevergütung, die zum 1. Januar 2010 umgesetzt werden wird. Und anschließend ist geplant, im Vierteljahresrhythmus weiterzumachen.

Frank Asbeck, Chef des Solaranlagen-Herstellers Solarworld, mahnt in einem Interview mit der WirtschaftsWoche davor, den Erfolg der Photovoltaik-Förderung so kurz vor dem Ziel durch übertriebene Kürzungen zunichte zu machen. Solarstrom stehe kurz vor der Netzparität, denn die Solarstromvergütung sei fast so hoch wie der Strompreis für die Endkunden. Diese Chance sollte nicht vertan werden, so Asbeck.

Preisrückgang bei Solaranlagen und sinkende Nachfrage

Asbeck schätzt, dass die 13-prozentige Senkung der Einspeisevergütung zunächst zwar zu einem weiteren Preisrückgang bei den Solaranlagen führen und die Nachfrage um etwa 30 Prozent (um etwa zwei Gigawatt gegenüber 2010) auf fünf Gigawatt neu installierte Photovoltaikleistung sinken wird. Weitere Kürzungen sollten nach Meinung des Solarpioniers jedoch nicht erfolgen, denn sie könnten den Markt kaputtmachen. Dass die Photovoltaik dieses Jahr trotz 26 Prozent Preisreduktion boomte, war seiner Ansicht nach Torschlusspanik wegen der angekündigten Vergütungsabsenkungen.

In Zukunft könnte die angestrebte kontinuierliche Kostendegression von acht bis zehn Prozent pro Jahr nur durch viele kleine Verbesserungen und Effizienzsteigerungen erreicht werden. Ein Prozess an dessen Ende nach Einschätzung Asbecks weltweit nur noch zehn große Solarproduzenten übrigbleiben, davon in Deutschland zwei bis drei. Die Entwicklung passe sich damit den Konzentrationsprozessen in der Halbleiterindustrie an, auch dort gebe es noch etwa fünf große und vielleicht 15 kleinere Hersteller.

Solarstrom ist im Alltag angekommen

Wenn die Einspeisevergütung Anfang 2012 dann wie bisher geplant um weitere 15 Prozent sinkt, erhalten Besitzer von Solaranlagen 24,5 Cent pro Kilowattstunde für selbst erzeugten Photovoltaik-Strom. Der Preis für Sonnenstrom kostet dann in etwa gleich viel wie Strom aus der Steckdose. In einem nächsten Schritt könnten dann 20 bis 40 Prozent des Tagesertrags in Akkus gespeichert werden.

Dann wäre die Selbstversorgung mit Sonnenstrom im Alltag angekommen – nach nur 15 Jahren EEG. Bis 2016 soll so serienmäßig der gesamte Strombedarf eines Hauses auf dem Dach produziert werden können. Die Kostenschätzungen dafür liegen bei rund 17 Cent für den Strom plus acht Cent Kosten für die Akkutechnik. Dies wäre in jedem Fall auch ein Beitrag zum Klimaschutz, damit uns ein Weihnachtsfest unter Palmen erspart bleibt. In diesem Sinne: Frohes Fest!

Daniel Seemann

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