Das Praterkraftwerk in München

Durch die Isar verfügt die Stadt München seit jeher über ein hohes Wasserkraftpotenzial. Die Einbeziehung der Wasserkraft in das Münchner Energieversorgungskonzept hat seit langer Zeit Tradition und wird nun durch das Wasserkraftwerk an der Praterinsel erweitert.

Das Besondere am Praterkraftwerk ist, dass es unterirdisch erbaut und deshalb nicht zu sehen sein wird. Mit einer geplanten Nennleistung von 2,5 Megawatt soll es pro Jahr rund zwölf Gigawattstunden Strom erzeugen und den Bedarf von 5.000 Münchner Haushalten decken.

Funktionsweise

Die Wasserkraftanlage wird unter den Kaskaden der Großen Isar auf Höhe der Praterinsel errichtet. Die Fallhöhe beträgt an dieser Stelle rund neun Meter. Über ein so genanntes Entnahmebauwerk wird, ab einem Mindestabfluss von 67 Kubikmetern pro Sekunde, dem Fluss Wasser entnommen und in einer Druckleitung der Turbine zugeleitet. Kurz vor der Turbine wird das Wasser zusätzlich beschleunigt und versetzt das Laufrad der Turbine in Rotation. Über einen Generator wird dadurch elektrische Energie erzeugt, die anschließend ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Das Wasser selbst gelangt hinter der Turbine wieder zurück in den Fluss.

Auswirkungen auf die Umwelt

Das Praterkraftwerk verursacht weder Lärm noch Schadstoffemissionen. Festgelegte Mindestwassermengen sichern den Erhalt der Gewässerökologie. Um die Fische bei ihrer Wanderung nicht zu behindern, werden Aufstiegswege geschaffen und ausgebaut. Am Einlaufwerk selbst entsteht ein fischabweisender Einlass.

Aufgrund der CO2-freien Stromgewinnung spart das Kraftwerk pro Jahr den Ausstoß von rund 13.800 Tonnen CO2 ein. Die Anlage leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Betreiber

Das Wasserkraftwerk wird von der Praterkraftwerk GmbH geplant, gebaut und betrieben. Die Praterkraftwerk GmbH ist ein zu diesem Zweck gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke München GmbH und der Green City Energy GmbH.

Die Anlage wird als eigenständiges Projekt mit zirka 25 Prozent Eigenkapital der Gesellschafter sowie rund 75 Prozent Fremdkapital, welches als langfristiges Darlehen über ein großes Kreditinstitut bereitgestellt wird, finanziert.

Corinna Lang

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