Das große Für und Wider – erneuerbare versus fossile Energien

Wem gehört die Zukunft auf dem Energiemarkt? Mit dieser Problematik muss sich auch die neue Bundesregierung befassen, ob das im Sinne aller Beteiligten abläuft, bleibt abzuwarten. Derzeit werden in Deutschland nur rund sieben Prozent des Wärmeverbrauchs aus regenerativen Energiequellen gewonnen, bei der Stromgewinnung stammen 15 Prozent aus so genannten Öko-Produktionen. Besonders im Bereich der Wärmeversorgung werden etwa drei Viertel der nötigen Energien aus Öl und Gas gewonnen, wobei 20 Prozent der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen zu Lasten des Wärmemarktes gehen – ein gewaltiger Handlungsbedarf besteht!

Der Ausbau der Erneuerbaren hängt also maßgeblich mit der künftigen Klimapolitik zusammen, denn nur durch entsprechende Anreizprogramme, wird der Teil der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen weiter wachsen und die fossilen Energiequellen konstant vom Markt verdrängt.

Welche fossilen Möglichkeiten es derzeit gibt und inwieweit diese den Anforderungen nach Versorgungssicherheit, Kosteneffizienz und Umweltfreundlichkeit nachkommen und welche Risiken sie bergen, soll der folgende Überblick zeigen.

Erdöl
Hiermit wird etwa 35 Prozent des Energiebedarfs gedeckt, Platz eins unter den Rohstoffen! Mangelnde Alternativen auf dem Verkehrssektor halten diesen Platz konstant, denn auf dem Gebiet sind (noch) fast alle Techniken auf Benzin oder Diesel ausgerichtet. Durch die Importabhängigkeit und die Endlichkeit (etwa 40 Jahre) dieses Rohstoffes ist das Preisgefüge entsprechend hoch, die Klimagas-Problematik zudem enorm. Zumindest im Heizsektor machen Pelletheizungen den veralteten Ölheizungen ordentlich Konkurrenz. Ihrem Ausbau wird ein großes Wachstumspotenzial zugeschrieben.

Erdgas
Endlich, wie auch Öl, gehört Erdgas zu den „klimafreundlichsten“ Fossilen. Allerdings sind auch die Tage des Erdgases gezählt (Vorräte sollen noch etwa 60 Jahre ausreichen) und auch die Importabhängigkeit, insbesondere zu Russland, ist besonders groß. Zudem steht und fällt der Gaspreis in Abhängigkeit zum Ölpreis, was auch die Verbraucher spüren. Preisvorteile zwischen Öl und Gas gibt es kaum, auch Erdgas, als alternative Betankung für das Kfz, ist nur durch die vorherrschenden Steuervorteile zu begründen und die Preisunterschiede zwischen Gas- und Ölheizung sind kaum spürbar. Allerdings unterstützen Gaskraftwerke auch die Alternativen! Sie helfen beispielsweise bei der Stromerzeugung durch ihre Flexibilität, um etwa Schwankungen von Windstrom durch schnelles Hoch- und Runterfahren auszugleichen.

Kohle
Fast 50 Prozent des deutschen Stroms stammt aus Kohlekraftwerken. Die Kohlevorräte sollen nach Schätzungen noch etwa 200 Jahre ausreichen und auch die Importabhängigkeit ist nicht gegeben, dafür ist Kohle als Energieträger ein wahrer Klimakiller! Bei der Verbrennung entsteht doppelt so viel klimaschädliches Gas, wie bei der von Erdgas. Keine berauschenden Aussichten also! Alternative Energien wie Wind-, Wasser- und Sonnenkraft gewinnen hier zunehmend an Attraktivität. Schon jetzt ist die Stromerzeugung mancherorts durch Windenergie genauso wirtschaftlich möglich, wie durch fossile Energiewerke.

Kernkraft
Kernenergie ist im Bereich des CO2-Ausstoßes zwar wesentlich klimafreundlicher, als Kohle oder Gas, birgt dafür jedoch zahlreiche andere Risiken. Keine sicheren Endlager, die wachsende Gefahr der Terroranschläge oder ein möglicher Super-GAU, machen Kernkraftwerke daher nicht unbedingt sympathisch. Die vielen Nachteile werden allerdings häufig mit dem „günstigen Atomstrom“ regelrecht schön geredet. Kernkraftwerke produzieren günstigen Strom, allerdings erst dann, wenn man von den hohen Kosten für den Bau absieht. Der Rohstoff (Uran), der für die Stromproduktion nötig ist, wird bei Atomkraftwerken nur in geringen Mengen verbraucht, was wiederum zu niedrigen Betriebskosten führt. Das bekommen Stromkunden jedoch kaum zu spüren, denn die Strompreise sinken nicht etwa, sie steigen – ebenso wie der Profit der Betreiber und die Problematik.

Judith Schomaker

Quelle: Greenpeace, Spiegel

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