China weltweit attraktivster Markt für grüne Technologien

Nach den eher dürftigen Ergebnissen des Klimagipfels in Cancún bleibt das unilaterale Engagement in Sachen erneuerbare Energien von Schwellenländern wie China wahrscheinlich die einzig reale Hoffnung, um den Klimawandel zu stoppen.

Was genau damit gemeint ist, zeigt unter anderem eine von der Consulting-Firma Ernst & Young jüngst veröffentlichte Studie. Annähernd jede zweite, im Jahr 2010 weltweit errichtete Windkraftanlage, dürfte in China stehen, heißt es darin. Auch die chinesische Solarindustrie boomt, weshalb die Volksrepublik nach der Ansicht der Unternehmensberatung inzwischen den weltweit attraktivsten Markt für grüne Technologien bietet.

Zehn Milliarden US-Dollar Investitionen in Windenergie

Im zweiten Quartal 2010, das der Bericht analysiert, seien knapp die Hälfte der weltweiten Investitionen in der Windbranche in der Volksrepublik getätigt worden. Laut dem Brancheninformationsdienst Reve entspricht dies einem Wert von zehn Milliarden US-Dollar.

Die Financial Times berichtet von Sorgen, die sich europäische Anleger deswegen machen. Im dritten Quartal hätten die chinesischen Investitionen im Bereich der grünen Technologien bereits 13,5 Milliarden US-Dollar betragen, die europäischen hingegen nur 8,4 Milliarden. Die EU drohe nicht nur zurückzufallen, sondern könnte auch ihre Klimaschutzziele und die sich ergebenden Marktchancen verlieren, befürchte EVCA, ein Dachverband von 1.300 Investmentfonds und ähnlichen Unternehmen.

Der Gesetzgeber müsse unbedingt einen günstigen Rahmen für die notwendigen Investitionen in der Branche schaffen. Ernst & Young weist darauf hin, dass es auch in Ländern wie Südkorea und Mexiko einen stark expandierenden Markt für Solaranlagen und andere erneuerbare Energieträger gebe. Mit Rumänien und Ägypten seien außerdem zwei neue Länder hinzu gekommen, die erhebliche Pläne für den Ausbau der Windenergie hätten.

Rumänien plant das ambitionierteste Windprojekt der Welt

In Rumänien handelt es sich nach Angaben des spanischen Unternehmens Iberdrola Renovables um das „ambitionierteste Windprojekt der Welt“. Der Konzern plant insgesamt rund 50 Windparks, die alle in der Region Dobrogea an der rumänischen Schwarzmeerküste entstehen sollen. Auch der Essener Konzern RWE will hier zwei Windparks mit einer Gesamtkapazität von 350 Megawatt entwickeln. Geplant sind Investitionen von 500 bis 600 Millionen Euro.

Daniel Seemann

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