China setzt zunehmend auf alternative Energien

Erneuerbare Energien in China; Foto: shutterstock

Der Ausbau alternativer Energien stand in China bei der Verabschiedung des 12. Fünfjahresprogramms der Kommunistischen Partei auf dem Nationalen Volkskongress im März 2011 ganz oben auf der Agenda. Bis 2015 soll nach Angaben der National Energy Administration (NEA) der Anteil alternativer Energien am Primärenergieverbrauch auf 12 Prozent steigen. China hat die Chance erkannt, eine eigenständige „grüne“ Industrie aufzubauen – und nutzt sie.

Energie- und Klimapolitik, Industrie-, Technologie- und Innovationspolitik sowie Umweltschutz zählten zu den großen Themen des Kongresses. Der Ausbau erneuerbarer Energien im Reich der Mitte berührt alle diese Themenkomplexe und steht daher im Fokus der politischen Aufmerksamkeit. 2030 könnten sie nach Einschätzung des State Grid Energy Research Institute bereits knapp 47 Prozent des Primärenergieverbrauchs abdecken.

550 Milliarden Euro für den Ausbau alternativer Energien

Im Entwurf befindet sich derzeit das Entwicklungsprogramm für neue Energien (Xinxing Nengyuan Fazhan Guihua) 2011 bis 2020, das sich neben den erneuerbaren Energiequellen Wasser, Wind und Solar auch auf Atomkraft bezieht. Es ist ebenfall im 12. Fünfjahresprogramms enthalten und beinhaltet auch Planungen für den Bau wichtiger (Ultra-)Hochspannungsleitungen sowie eines „Smart Grids“, um zukünftig ganz China mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgen zu können.

Rund 550 Milliarden Euro sollen für den Ausbau alternativer Energien bis 2020 zur Verfügung gestellt werden. Ein Großteil davon dürfte zwar auf den Ausbau der Atomkraft entfallen. Ein weiteres Ziel ist es aber auch, die Kapazität von Wasserkraftprojekten bis 2020 auf rund 300 Gigawatt zu erhöhen. Nach Einschätzung von Experten hätte China damit 80 Prozent der möglichen Wasserkraftnutzung im Land erreicht. Beim Ausbau seiner Windkraftanlagen plant China bis zum Jahr 2020 der Ausbau auf 230 Megawatt. Ebenfalls sind die ersten Ausschreibungen für große Offshore-Windprojekte erfolgt.

Förderung dezentraler Energielösungen geplant

Des Weiteren ist auch die stärkere Förderung dezentraler Energielösungen geplant. Beispielhaft dafür dürften die zwei 2009 eingeführten Förderprogramme für Solarenergie (Solar Roof Subsidy Programe, Golden Sun Subsidy Programe) sein, durch das nicht netzgebundene Solarinstallationen mit bis zu 70 Prozent der Projektkosten unterstützt werden. Darüber hinaus hat China inzwischen 13 „Renewable Energy Industry Zones“ eingerichtet, in denen sich wie in Dezhou (Provinz Shandong) oder Baoding (Provinz Hebei) Solarfirmen konzentrieren. Sie dürften künftig beispielsweise im Rahmen von Pilotprojekten zusätzlich gefördert werden.

Daniel Seemann

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