Nationales Zentrum für erneuerbare Energie geplant

Mit der Gründung der National Energy Commission (NEC) weht in China seit Ende Januar auch in Sachen erneuerbare Energien ein frischer Wind.

Bisher hatten sich vor allem die einflussreiche National Development and Reform Commission (NDRC) sowie die 2008 gegründete National Energy Administration (NEA) um Energiethemen gekümmert. Wegen mangelnder Kompetenzen hatte die NEA jedoch nie wirklich Einfluss auf die chinesische Politik ausüben können.

Die NEC ersetzt alle wichtigen Instanzen, die sich bis dahin um die Energiewirtschaft des Landes gekümmert hatten. Die NDRC, das Finanzministerium, die Zentralbank und alle anderen energiewirtschaftlich wichtigen staatlichen Akteure sind dort vertreten.

Auf dem Chefsessel hat niemand Geringeres als Premierminister Wen Jiabao höchst persönlich Platz genommen. Sein Stellvertreter bei der NEC ist gleichzeitig auch sein Vize, Li Keqiang, der aller Wahrscheinlichkeit nach 2012 Wen auf dem Posten des Premiers ablösen wird.

Gerade auch das Thema Energiesparen gewinnt mehr und mehr an Priorität in China. Derzeit liegt China bei der Energieeffizienz um zehn Prozentpunkte hinter modernen Industrieländern zurück. Die weltweite Debatte über den Klimawandel, der zum Teil auch durch die zunehmende industrielle Expansion Made in China an Geschwindigkeit aufgenommen hat, dramatisiert die Lage zusätzlich.

Die NEC hat sich deshalb die Verringerung der CO2-Abgase in China bis 2020 um 40 bis 45 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 zum Ziel gesetzt. Im selben Zeitraum will China zusätzlich den Anteil erneuerbarer Energien von heute 7,5 auf 15 Prozent bringen. Zur Erreichung dieser Ziele wird ein Zentrum für erneuerbare Energie gegründet.

Das Zentrum sei in der vorläufigen Planungsphase, zitierte die Zeitung China DailyHan Wenke, den Generaldirektor des Energieforschungsinstituts im Rahmen der Staatlichen Entwicklungs- und Reformkommission.

Es wird verantwortlich sein sowohl für die Energiepolitik sowie das Management wichtiger Projekte und Programme, den Markt- und Industriebetrieb, das Einrichten einer Datenbank und einer Informationsplattform als auch für den internationalen Austausch zum Thema erneuerbare Energien, so die Zeitung. Diese Entwicklung kann als klares Zeichen dafür gewertet werden, dass Peking erneuerbare Energie in den Mittelpunkt der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des Landes rückt.

Bisher waren die chinesischen Verbraucher mit einer Mischung aus Subventionen und Auflagen von realen Preisen für Strom, Benzin, Diesel oder Gas ferngehalten worden, verbunden mit einer mangelhaften Energieeffizienz. Dies wird sich mit dem Bau des neuen Zentrums für erneuerbare Energie schnell ändern.

Daniel Seemann

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