BUND legt Abschaltplan für Kraftwerke vor

Atom- und Kohleausstieg sind gleichzeitig machbar, sagt der BUND. Abschaltplan für Kraftwerke garantiert Versorgungssicherheit.
Atom- und Kohleausstieg sind gleichzeitig machbar, sagt der BUND. Abschaltplan für Kraftwerke garantiert Versorgungssicherheit.

Eine sichere Energieversorgung ist auch mit einem zügigen Atom- und Kohleausstieg machbar. Dazu hat der BUND jetzt ein entsprechendes Konzept vorgestellt. Der Abschaltplan für Kraftwerke sieht ein Ende fossiler Energien bis spätestens 2023 vor. Nach den aktuellen Prognosen verfehlt die Bundesregierung das deutsche Klimaschutzziel 2020 um mindestens zehn Prozent. Durch Abschalten der klimaschädlichsten Kohlekraftwerke sowie den zügigen Atomausstieg kann das noch korrigiert werden. Der vorgelegte Abschaltplan für Kraftwerke wäre in der Lage, das zu gewährleisten. Eine sichere Energieversorgung wäre ebenfalls nicht gefährdet.

Um das deutsche Klimaschutzziel 2020 wenigstens im Ansatz noch zu erreichen, muss gut die Hälfte aller noch laufender Kohlekraftwerke vom Netz. Der BUND hat in dem Abschaltplan für Kraftwerke eine konkrete Leistungsbilanz erarbeitet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Jahre 2020 und 2023. Dieser Zeitraum gilt als besondere Herausforderung für die Versorgungssicherheit, weil in ihn der gesetzlich festgelegte Atomausstieg fällt. Der Abschaltplan zeigt, dass ein zusätzlicher Rückbau der Kohlekraftwerke dennoch vereinbar ist. Die Versorgung bleibt auch in Zeiten mit wenig Wind und Sonne gewährleistet.

„Deutschland hat im ersten Quartal 2018 im Durchschnitt die Stromproduktion von fünf großen Kraftwerken exportiert. Allein vor diesen Hintergrund erstaunt es, dass die neue Bundesregierung sich nicht auf die kurzfristige Stilllegung der klimaschädlichsten Kohlekraftwerke verständigt hat“, erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Durch Abschaltplan für Kraftwerke gesicherte Energieversorgung

Die Experten vom BUND nahmen sich in ihrem Abschaltplan auch der gesicherten Energieversorgung an. Das Risiko der Versorgungssicherheit in windstillen und sonnenarmen Zeiten ist das Hauptargument dafür, alte Kohlekraftwerke am Netz zu lassen. Die letzten Atomkraftwerke liegen 2022 still. Das ist gesetzlich geregelt. Allerdings könnte man den Atomausstieg ebenfalls noch beschleunigen, meinen die Klimaschützer vom BUND.

Weiterhin haben ihre Berechnungen ergeben, dass auch ein Ausstieg aus der Kohle bis 2020 möglich ist. Er müsste mit deutlich stärkerem Zubau erneuerbarer Energien flankiert werden. Gehen die fossilen Kraftwerke vom Netz, ginge auch der Leistungsüberschuss in der Stromproduktion zurück. Beschleunigt man parallel den Ökostrom-Zubau sowie die Energieeffizienz, bliebe die Versorgungssicherheit aber gewährleistet.

„Es geht darum, die Erneuerbaren Energien engagiert weiter auszubauen und die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Energiewende, die im Wesentlichen auf Windenergie und Photovoltaik basiert, zu schaffen“, so Weiger.

Die Berechnungen für den Abschaltplan basieren hauptsächlich auf Werten der Bundesnetzagentur oder der Versorgungsunternehmen. Der Abschaltplan sieht anfangs vor alle größeren Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, die vor 1990 den Betrieb aufgenommen haben.

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