Braunkohleausstieg spart 28 Milliarden Euro

Ein sozialverträglicher Braunkohleausstieg spart 28 Milliarden Euro jährlich ein.
Ein sozialverträglicher Braunkohleausstieg spart 28 Milliarden Euro jährlich ein.

Am Dienstag trat die sogenannte Kohle-Kommission erstmals zusammen. Ihr Ziel ist der schnelle sowie sozialverträgliche Ausstieg aus der Kohleproduktion. Dabei sollte sich die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung an internationalen Klimazielen orientieren. Gleichermaßen wichtig ist die soziale Verträglichkeit des Umbruchs in den betroffenen Regionen. Der Ökostromanbieter Greenpeace Energy kommt in einer Studie weiterhin zu dem Ergebnis, dass sich ein Braunkohleausstieg auch finanziell lohnen würde. Jährlich ließen sich 27,9 Milliarden Euro für Schäden und Zusatzkosten vermeiden.

Gerade die Kohleregionen Deutschlands können aufgrund unterschiedlichster Faktoren zu Modellregionen für eine sozialverträgliche Energiewende werden. Durch die bereits vorhandene Infrastruktur wäre eine Umstrukturierung einfacher.

„Die Kommission muss nun einen planbaren, sozial verträglichen Kohleausstieg skizzieren, der sich an den nationalen und internationalen Klimazielen orientiert. Nur so können die Klimaziele erreicht werden und Strukturbrüche vermieden sowie energiewirtschaftliche Planbarkeit und Investitionssicherheit in klimaschonende Technologien geschaffen werden“, kommentierte Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien.

Auch finanziell ist der zügige Braunkohleausstieg richtig und wichtig. Dazu veröffentlichte der Ökostromanbieter Greenpeace Energy am Montag eine Studie. Das beauftragte Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) kam zu dem Ergebnis, dass sich durch einen Braunkohleausstieg 27,9 Milliarden Euro jährlich einsparen ließen.

Teure Folgeschäden ohne zügigen Braunkohleausstieg

Die Folgekosten durch die Braunkohleproduktion kosten jedes Jahr Milliarden. Für ihre Untersuchungen haben die Experten des FÖS mehrere Faktoren einbezogen. Neben den Strom-Entstehungskosten wurden auch die Kosten erfasst, die durch Klima- und Gesundheitsschäden entstehen. Auch Subventionen und staatliche Vergütungen wurden mit eingerechnet. Das Ergebnis wirft ein noch schlechteres Licht auf die Braunkohle und verdeutlicht die Dringlichkeit eines Ausstiegs.

„Die Stromproduktion in Braunkohlekraftwerken ist zwar für sich betrachtet noch recht günstig“, erläutert Rupert Wronski vom FÖS. „Erneuerbare Energien aus Wasser, Wind und Sonne sind inzwischen jedoch beim gleichen Preisniveau angelangt. Vor allem aber zieht die Braunkohleverstromung enorme klima- und gesundheitsschädliche Folgekosten nach sich.“

Den Hauptteil der Kosten machen mit über 23 Milliarden Euro jährlich klar die Klimaschäden aus. Gut drei Milliarden Euro kosten die durch freigesetzte Schadstoffe bedingten Gesundheitsschäden. Subventionen und staatliche Vergünstigungen für die Braunkohle schlagen mit circa zwei Milliarden Euro jährlich zu Buche. Der zügige Braunkohleausstieg ist also nicht nur für den Klimaschutz wichtig. Auch aus ökonomischer Sicht ist er sinnvoll.

Quellen: BEE, Greenpeace Energy

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