Biomasse, das Gold der Erneuerbaren

Auf der Energy in Hannover.

Für viele Aussteller ist es schon der letzte Tagder Messe, doch die Energie geht ihnen nicht aus: groß ist der Andrang auf die Stände, vor allem dort wo Erneuerbare Energien das Thema sind. Wie von den Fachmedien angekündigt ist Biogas dieses Jahr einer der großen Hoffnungsträger. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen zum Thema, von der Finanzierung der Anlagen bis hin zum Einsatz von Biogas in der Stromerzeugung.

Die größte öffentliche Präsenz zeigt die Schmack Biogas, deren Mitarbeiter mehrere Vorträge zum Biogasmarkt anbieten. Markus Meyr spricht über das große Problem der Branche und zeigt gleichzeitig Perspektiven auf: „Wir müssen raus aus der Nahrungsmittelkonkurrenz.“ Es gäbe genügend Rohstoffe, die nicht essbar sind und sich für die Herstellung von Biogas eigneten. Der Zwischenfruchtanbau, d.h. die Regeneration ausgelaugter Böden durch Pflanzen wie Ralps und Hirse, biete großes Potential für die Branche.

Den schönsten Stand unter den Biogasunternehmen hat Archea, eine kleine grüne Oase in mitten der Alu-und-Plastik-Messeästhetik. Hier kann man im innerhalb von wenigen Minuten einen guten Überblick über die einzelnen Schritte eines Biogasprojekts erhalten – und erfährt nebenbei, dass die Gasausbeute von Archeas Biogasanlagen besonders hoch ist.

Bei Envitec Biogas ist die Internationalisierung der Biogasbranche das große Thema. „80% unserer Besucher sind aus dem Ausland“, so eine Mitarbeiterin. Das verwundert nicht, denn die deutsche Biogasbranche schaut ihrerseits begehrlich auf die Auslandsmärkte, besonders auf die mit landwirtschaftlichen Nutzungsflächen reich gesegneten USA und die ehemaligen Ostblockstaaten.

Am Stand vom Bundesverband Erneuerbare Energie treffe ich einen Herrn, dessen Beratungsbüro den Aufbau von Biomasseheizkraftwerken unterstützt. „Wir sind gerade dabei, Stroh in Heizkraftwerken einzusetzen. Stroh hat das größte ungenützte Potential unter den Biomasseträgern in Deutschland,“ begeistert er sich. In Gedanken sehe ich ein weites gelbes Stoppelfeld vor mir, auf dem sich hunderte von Energy-Ausstellern um das neue Gold Stroh prügeln: hüben die Biosprithersteller von Choren & Co. und drüben die Biomasseverheizer und Biogasproduzenten. Wer wird das Rennen um die Rohstoffe wohl gewinnen? Man kann nur hoffen, dass die Unternehmen sich durchsetzen, die die beste Ökobilanz und den höchsten Energieertrag vorweisen können.

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