Neue Energien für Tansania

Tansania; Bild: shutterstock

Die gemeinnützige Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen baut in Tansania im Rahmen des Projektes „Biogas support for Tansania“ (BiogaST) zusammen mit der lokalen Nichtregierungsorganisation Mavuno Kleinst-Biogasanlagen, die Energie für einzelne Haushalte liefern können. Bis jetzt wird in den ländlichen Gebieten Tansanias die Energie zum Kochen hauptsächlich aus Feuerholz gewonnen, und dazu sollen die Anlagen eine umweltfreundlichere und weniger gesundheitsschädliche Alternative bieten.

In Tansania, einem der ärmsten Länder Afrikas , lebt die Bevölkerung in den Dörfern großteils ohne Stromanschluss. Gekocht wird auf Feuerholz, welches von den Frauen und Kindern unter großem Zeitaufwand mühselig besorgt werden muss. Die dadurch entstehende Abholzung führt zu Erosionen und zur Versandung der Böden, und damit zu schlechteren Ernteerträgen. Die starke Rauchentwicklung beim Feuern kann zudem Atemwegserkrankungen und Augenentzündungen begünstigen.

Als Alternative zum Feuerholz hat die Gruppe Ingenieure ohne Grenzen nun in Deutschland Kleinst-Biogasanlagen entwickelt, die in Tansania genügend Energie zum Kochen und zum Betrieb von Gaslampen liefern sollen. Bei Biogasanlagen gärt das Substrat (hier hauptsächlich Bananenblätter und Dung) in einem Gasbehälter, der von der Luft abgeschnitten ist. Das organische Material ernährt die darin lebenden Bakterien, und deren Stoffwechselprodukt ist das sogenannte Biogas. Dieses besteht hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid, und kann direkt als saubere, immer abrufbare Energiequelle genutzt werden. Obendrein können die Überreste des Substrates als hochwertiger Dünger verwendet werden.

Die Anlagen mussten speziell für die Verhältnisse in Tansania entwickelt werden. So kommen sie, im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen, mit weniger Wasser aus, das in Dürreperioden knapp ist. Zusätzlich können sie mit mehr pflanzlichem Material befüllt werden. Es wurde auch darauf geachtet, dass das benötigte Material zum Bau der Anlagen in Tansania vor Ort vorhanden ist, damit in Zukunft dort ohne Hilfe weitere Geräte gefertigt werden können.

Dieses Jahr sollen mehrere der Biogsasanlagen in Tansania aufgebaut werden. Gleichzeitig werden dort Facharbeiter ausgebildet, die in Zukunft den Bau neuer Anlagen und die Wartung bei Störfällen übernehmen sollen. Dadurch erhofft man sich längerfristig auch eine Ankurbelung der lokalen Wirtschaft.

Für das Projekt BiogaST wurde Ingenieure ohne Grenzen im Januar dieses Jahres mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt vom Bundesumweltminsterium und dem Bundesverband der Deutschen Industrie ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie Technologietransfer ist mit 25.000 Euro dotiert und wird jedes Jahr vergeben. Mit ihm werden, wie jetzt die Entwicklung der Kleinst-Biogasanlagen, neue Ideen im Klima- und Umweltschutz gewürdigt.

Maria Martin

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