Bau von Solarkollektoren und Windkraftwerken rückläufig

thermische Solaranlage; Foto: shutterstock

Im Bereich erneuerbare Energien liegen für Solarenergie und Windkraft die Jahreszahlen für 2010 vor. Sowohl der Bau von Solarkollektoren als auch von neuen Windkraftwerken hat sich demzufolge gegenüber dem Vorjahr 2009 verlangsamt.

Im Jahr 2010 sind in Deutschland über 100.000 Solarthermie-Anlagen neu installiert worden. Damit sind inzwischen gut 1,5 Millionen Solarheizungen in Betrieb, mit denen im vergangenen Jahr über eine Million Tonnen CO2 eingespart werden konnten. Diese Zahlen nennen der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH).

Marktbelebung bei Solaranlagen durch steigende Heizkosten

Der Marktstatistik zufolge wurden 2010 rund 1,15 Millionen Quadratmeter Solarkollektorfläche mit einer Leistung von rund 800 Megawatt auf deutschen Dächern neu installiert. Trotzdem ging der Markt für Solarwärme-Anlagen im Vergleich zu 2009 um 26 Prozent zurück.

Der BSW-Solar führt dies auf die Verunsicherung zurück, die sich unter potenziellen Käufern von Solaranlagen nach dem Förderstopp der Bundesregierung im letzten Jahr breit gemacht habe. Zudem habe die Wirtschaftskrise ihre Spuren hinterlassen. In den nächsten Monaten wird jedoch mit einer Marktbelebung aufgrund steigender Heizkosten durch den hohen Ölpreis und eines wachsenden Sanierungsbedarfs für Heizungen gerechnet. Informationen zu den aktuellen Fördermöglichkeiten für den Neubau von Solaranlagen sind im Internet unter www.solarfoerderung.de zu finden.

Auch bei der Windkraft sieht die Bilanz für das abgelaufene Jahr nicht besser aus, wie das Deutsche Windenergie-Institut (DEWI) herausfand. In Deutschland wurden 2009 insgesamt 754 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1.551 Megawatt neu installiert. Davon entfielen 183 Megawatt auf das so genannte Repowering, bei dem alte Anlagen durch neue, leistungsstärkere ersetzt werden. Eine Leistung von 108 Megawatt wurde in Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee errichtet.

Neue Verunsicherung durch Diskussion um EEG-Kosten

Dass der Zubau 2010 um 19 Prozent hinter dem des Vorjahres zurückblieb und auf das Niveau des Jahres 1999 zurückfiel, ist laut dem Bundesverband WindEnergie (BWE) auf den langen Winter 2009/2010 und den frühen Winterbeginn Ende 2010 sowie auf die Folgen der Finanzkrise zurück zu führen.

Mit der 2010 beschlossenen Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke sowie der Vorlage des Energiekonzeptes, das die Windenergie unterbewerte, habe zudem kein Umfeld bestanden, das dem Windenergiemarkt hätte positive Impulse liefern können, so ist aus BWE-Kreisen zu hören. Jetzt sorge die Diskussion um die EEG-Kosten für neue Verunsicherung.

Daniel Seemann

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