Baltic 1 am Netz

Baltic 1; Foto: EnBW / Matthias Ibeler, Emsdetten

Der erste Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee wurde am 2. Mai offiziell in Betrieb genommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering gaben gemeinsam den Startschuss. Das Windfeld Baltic 1 ist rund 16 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gelegen und wird von EnBW betrieben. 21 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 48,3 Megawatt sollen Strom für 50.000 Haushalte liefern – jährlich etwa 185 Gigawattstunden. Der gesamte Windpark ist auf eine Fläche von sieben Quadratkilometern verteilt.

Der Bau von Baltic 1 war bereits im Herbst 2010 nach etwa einem Jahr Bauzeit abgeschlossen, allerdings gab es noch Probleme mit dem Netzanschluss. Jetzt wird der erzeugte Strom auf einer 900 Tonnen schweren Umspannplattform auf die Übertragungsspannung von 33 auf 150 Kilovolt hoch transformiert. Dadurch kann die Kabeldicke des 61 Kilometer langen Seekabels verringert werden, das für die Einspeisung ins deutsche Verbundnetz bei Rostock sorgt.

Die einzelnen Windenergieanlagen messen vom Fundament bis zur Flügelspitze 115 Meter. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 93 Metern. Für jede Anlage wurde zunächst ein Kolkschutz aus zwei Steinlagen auf dem Meeresboden aufgeschüttet, als Schutz gegen Strömung und Gezeiten. Die Fundamentierungen (Monopiles) sind 37 Meter lange Stahlrohre, die mit einer Ramme in den Meeresboden getrieben wurden. Die Wassertiefe liegt zwischen 16 und 19 Metern.

Durch ausführliche Studien im Vorfeld und ein Monitoring während und nach der Errichtung des Windparks sollten die Umwelteinwirkungen möglichst gering gehalten werden. So galt es die Bedeutung des Areals für bestimmte Seevögel zu klären. Schweinswale und kleine Tümmler, die während der Bauphase das Gebiet verlassen hatten, kehren zurück, heißt es. An den Fundamenten der Windenergieanlagen bilden sich künstliche Riffe. Baltic 1 wird als Leuchtturmprojekt mit Signalwirkung bezeichnet: es erzeugt nicht nur klimafreundlich Strom, sondern bietet auch eine Chance für die Region. Mehr als 20 Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern waren und sind an der Realisierung des Windparks beteiligt.

Noch größere Dimensionen strebt das geplante Projekt Baltic 2 an. Die Windräder sollen um knapp ein Drittel größer sein, der gesamte Park umfasst mit 80 Windkraftanlagen das Vierfache Baltic 1. Der Park soll etwa 32 Kilometer nördlich vor Rügen errichtet werden und ab 2013 mit einem jährlichen Ertrag von 1,2 Milliarden Kilowattstunden rund 340.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Josephin Lehnert

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