Atlas für Sonnen- und Windenergie vorgestellt

Erneuerbare Energien

Auf dem Clean Energy Ministerial (CEM) Forum in London wurde der erste globale Atlas für Sonnen- und Windenergie vorgestellt. Der Atlas liefert frei zugängliches Wissen darüber, wo Sonnen- und Windenergie am besten genutzt werden kann.

Der Atlas stellt eine weltweite Datenbank dar, die sämtliche vorhandenen Informationen in einem einfach zu nutzenden Portal zusammenführt und nutzerorientiert aufbereitet für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur Verfügung stellt. Der Atlas wurde von der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien IRENA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vorgestellt und wird auch von diesen koordiniert.Das DLR liefert Fernerkundungsdaten und entwickelt das Webportal für die geographischen Daten.

„Der Atlas stellt eine wichtige Wissensbasis für alle Länder dar, die Energiepotentiale stärker nutzen wollen“, sagt Prof. Jan-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR. „Die Erkundung der entsprechenden Ressourcen durch Satelliten und die Interpretation und Bereitstellung der Daten in einem Internetportal ist ein hervorragendes Beispiel für die Nutzung von Synergien im DLR. Hier arbeiten Wissenschaftler aus der Raumfahrt und der Energieforschung gemeinsam an einer wichtigen Dienstleistung zur Verbesserung der globalen Energieversorgung.“

Solar- und Windenergie sind die wichtigsten erneuerbaren Energien und Informationen über deren räumliche und zeitliche Verfügbarkeit unablässig. Im Atlas werden wichtige Standortparameter, wie die lokal verfügbare Sonneneinstrahlung oder die Windverhältnisse (Windrichtung, Windgeschwindigkeit), in hoher räumlicher Auflösung zusammengetragen, aber auch sekundäre Informationen über lokale Infrastruktur, politische Rahmenbedingungen und sozio-ökonomische Parameter wie die Bevölkerungsverteilung. Diese sollen helfen, das erneuerbare-Energien-Potenzial einer Region im Zusammenhang mit der Energienachfrage abzuschätzen. Förderinstrumente können besser an regionale Gegebenheiten angepasst werden, Investoren die Nutzung erneuerbarer Energien an unterschiedlichen Standorten besser einschätzen, und die Investitionen dadurch erhöht werden, hofft Carsten Hoyer-Klick, Projektleiter für den Atlas im DLR.

Vorangetrieben wurde der Atlas vor allem von Deutschland, Dänemark und Spanien. Am Aufbau des Atlasses ist ein Netzwerk globaler Akteure beteiligt und auf dem Ministertreffen in London am 25. und 26. April 2012 traten weitere Länder der Initiative bei. Die USA, Australien, Frankreich, Indien, Mexiko, Norwegen, Südafrika, die VAE und Großbritannien bekräftigten ihre Unterstützung für das Projekt.

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Josephin Lehnert

1 Kommentar

  • So wertvoll der vorgestellte Atlas mit Sicherheit ist – der erste ist es nicht. Ich selbst habe im Jahr 2000 begonnen, auf der obengenannten Website geografische Karten zu den erneuerbaren Energieressourcen zusammenzutragen – neben Sonne und Wind auch Gezeiten, Wellen, Meereströmungen, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie. Auch ich war nicht der Erste; dennoch musste ich zumeist auf Zahlenwerte aus nicht geografisch referenzierten Datenbanken zurückgreifen und die Karten selbst erstellen. – Im Jahre 2006 folgte die „Geografie der erneuerbaren Energien“ in Buchform, die ich im vergangenen Jahr als „Book on Demand“ neu aufgelegt habe und nunmehr in einem Dreijahresrhythmus zu aktualisieren beabsichtige.
    Anders als der hier vorgestellte Atlas, richtet sich die „Geografie der erneuerbaren Energien“ nicht an Fachleute, sondern an ein fachlich interessiertes Publikum ohne spezialisiertes Vorwissen. Entsprechend enthält sie neben dem Kartenteil einen Textteil, in dem die Entstehung der erneuerbaren Energieressorcen aus den drei natürlichen Energieflüssen „Solarstrahlung“, „geothermischer Wärmefluss“ und „Rotationsenergie der Erde“ erklärt und das natürliche Potenzial jeder Ressource abgeschätzt wird.