Alternative Energie im Wandel der Zeit

Einige Grundbedürfnisse des Menschen sind schnell definiert: warm sitzen, heiß duschen und natürlich eine warme Mahlzeit – das alles noch dazu möglichst praktisch! Genauso schnell ist der Mensch aber auch, wenn es darum geht diese Bedürfnisse möglichst einfach umzusetzen.

Allzu lange hat er hierbei keine Rücksicht auf seine Umwelt und die schwindenden Ressourcen genommen, die ihm diesen täglichen Komfort erst ermöglichten. Schon vor hunderten von Jahren saßen die Menschen warm und ein heißes Bad hin und wieder gehörte zum gehobenen Lebensstandart.

Allerdings hat sich die Art und Weise, wie wir heute zu diesen Annehmlichkeiten kommen gänzlich geändert. Klar, wir leben ja auch nicht mehr auf Bäumen und schießen unser tägliches Essen selber. Der schlaue Mensch hat sich seine Intelligenz zunutzen gemacht

und Möglichkeiten und Wege gefunden, um mit dem geringsten Aufwand so komfortabel zu leben, wie wir es jetzt gewohnt sind. Gedanken um die Auswirkungen auf seinen Lebensraum hat er sich dabei nicht gemacht.

Ein Umdenken in Sachen Klimaschutz, hin zur alternativen Energiegewinnung – schließlich gehen die fossilen Energieträger in absehbarer Zeit zur Neige – ist erst in den vergangenen Jahrzehnten aufgekommen. Seither nutzen wir unsere Intelligenz, um Alternativen für die veraltete Form der Energiegewinnung zu finden. Und das mit Erfolg, denn in Punkto regenerative Energien hat sich in den vergangenen 10 Jahren einiges getan.

Daten und Fakten*

In Deutschland ist der Anteil Erneuerbarer Energien in den vergangenen 10 Jahren immer mehr angestiegen. Gemessen am gesamten Endenergieverbrauch stieg ihr Anteil in der Stromerzeugung von 4,8% im Jahr 1998 auf 14,8% im Jahr 2008. Davon fallen 3,4% auf die Stromerzeugung mittels Wasserkraft, 6,6% auf die Windenergie, 4,2% werden aus Biomasse gewonnen und 0,6 % durch Photovoltaikanlagen produziert. In der Wärmebereitstellung ist kein so hoher Anstieg zu verzeichnen, hier lagen die die Zahlen für 1998 auf 3,5% und stiegen bis zum Jahr 2008 auf 7,7% an. Die Aufteilung erneuerbarer Energien für die Wärmebereitstellung am Endenergieverbrauch liegen mit 7,3% überwiegend in der Wärmegewinnung durch Biomasse – 0,2% entfallen auf die Geothermie und 0,3% auf die Solarthermie.

Ein positiver Trend

Der Anteil an erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland betrugen im Jahr 2008 damit rund 9,7%. Unterstützt wurden diese stetig steigenden Zahlen von den günstigen Rahmenbedingungen zur Förderung alternativer Energiegewinnung durch das Enereuerbare-Energien-Gesetz – EEG. Vor Einführung des EEG am 01.04.2000 (danach Novellierungen des EEG in 2004 und 2009) lagen die Zahlen noch deutlich niedriger und waren zudem auf wenige alternative Energieformen beschränkt. So lag das größte Potenzial bei der Stromgewinnung hauptsächlich im Bereich Wasserkraft. Biomasse und Windenergie spielten zu diesem Zeitpunkt nur eine untergeordnete Rolle. Der Trend hat sich deutlich zum Positiven gewendet, denn nun hat die Stromerzeugung mittels Windkraft die Nase ganz weit vorne und konnte 1998 von noch 4489 GWh (1 GWh = 1 Mio. kWh) auf 40400 GWh in 2008 fast um das neunfache gesteigert werden. Aber auch die Biomasse liefert noch immer einen wichtigen Beitrag zur alternativen Energieversorgung in den Bereichen Strom und Wärme. Einen gewaltigen Sprung machte die Solarstromerzeugung in den vergangenen Jahren, insbesondere verantwortlich hier wieder die Förderungen im Rahmen des EEG.

Der Wachstum geht weiter

Auch in Zukunft wird der Beitrag alternativer Energien an der gesamten Stromerzeugung weiter wachsen. Das Hauptaugenmerk liegt im konstanten Ausbau der Windkraftanlagen im Offshore-Bereich, aber auch an Land dürfte die Stromausbeute durch Modernisierungsmaßnahmen („Repowering“) von Windkraftanlagen erheblich gesteigert werden. Ebenso sollten technische Innovationen in Sachen Sonnenenergie dafür sorgen, Photovoltaik-Anlagen auf Dauer kostengünstiger und effektiver zu machen. Großes Potenzial sehen Experten zudem im Bereich der Biomasse, nicht nur bei der Stromgewinnung, sondern auch zur Wärmenutzung. Das von der EU vorgegebene Ziel, die Anteile des Stroms aus Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2010 auf 12,5% zu steigern, hat Deutschland bereits jetzt schon erreicht. Das neu gesteckte Ziel der Bundesregierung, diesen Anteil bis 2020 auf mindestens 20% zu steigern, dürfte daher durchaus real sein.

* Die Entwicklung der Erneuerbaren Energien im Detail: BMU

Judith Schomaker

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