Aktionsplan für die Wärmewende

Anton Hofreiter (l.)
Anton Hofreiter (l.)

Einen Aktionsplan für eine 100-prozentige regenerative Wärmeversorgung legten die Grünen vor. Im Fokus stehen die Quartierssanierung, Nahwärmeversorgung, Bürgerenergie und aktive kommunale Unternehmen.

„Bürger, Energiegenossenschaften und kommunale Unternehmen sind die entscheidenden Akteure und das Rückgrat unseres Konzeptes für eine Wärmewende“. Ende Dezember unterstrich Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen die Vorstellung eines „Aktionsplans Faire Wärme: Aufbruch in die Neue Wärmewelt“. Ziel ist eine 100-Prozent erneuerbare Wärmeversorgung von Haushalten, Industrie und Gewerbe in Deutschland innerhalb der kommenden 30 Jahre.

Wichtigster Pfeiler einer regenerativen Wärmeversorgung ist mit 30 Prozent die Stromwärme gefolgt von 24 Prozent Umweltwärme, 22 Prozent Bioenergie, 14 Prozent Solarthermie, fünf Prozent Tiefengeothermie sowie fünf Prozent erneuerbare Gase. Flankiert wird dies durch eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz: Der Energiebedarf für Raumwärme und Warmwasser wird im Vergleich zu heute auf etwa die Hälfte gesenkt, die Prozesswärme in Gewerbe und Industrie um ein Drittel. Dies berechnete die Agentur für Erneuerbare Energien im Auftrag der Grünen.

Die energetische Bestandssanierung, Quartiersversorgung, Wärmenetze, Bürgerenergie und neue Geschäftsmodelle von kommunalen Unternehmen spielen in dem Konzept eine zentrale Rolle. „Stadtwerke entwickeln Energiesparprogramme, investieren in Erneuerbare und profilieren sich als Dienstleister vor Ort, die zum Beispiel Gebäude und Gewerbe mit grüner Wärme aus der Nachbarschaft versorgen“, heißt es in dem Aktionsplan. Entsprechend müssten die Wärmenetze mithilfe gesetzlicher Regelungen für die Einspeisung erneuerbarer Wärme aus Haushalten sowie industrieller und gewerblicher Abwärme geöffnet werden.

Ein großes Potenzial bietet laut dem Szenario die Einbindung großflächiger Solarthermieanlagen oder hocheffizienter Groß-Wärmepumpen in die Wärmenetze. Dazu kommt die Einspeisung von Stromüberschüssen mittels Power-to-Heat und die Einbindung von KWK-Anlagen. Flankiert wird dies von einem flächendeckenden Aufbau von kommunalen Wärmespeichern. Hierzu soll ein Förderprogramm in Höhe von 400 Millionen Euro für 10.000 Wärmespeicher aufgelegt werden.

Um warmmietenneutrale Sanierungen für Mieter mit geringerem Einkommen zu ermöglichen, wollen die Grünen ein zwei Milliarden Euro Programm zur energetischen Sanierung von Stadtvierteln auflegen. Auch soll das Wohngeld nach der energetischen Sanierung von Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen erhöht werden.

Insgesamt wollen die Grünen das Energiesparen und die erneuerbare Wärme mit insgesamt sieben Milliarden Euro jährlich fördern. Gegenfinanziert werden soll dies über den Abbau umweltschädlicher Subventionen.

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