Erneuerbare Energieprojekte gefragt

Abholzung in Tansania; Foto: © 2006, Mohsin S. Karmali (Wiki Commons)

Die Rolle erneuerbarer Energien bei der Stromgewinnung auf dem afrikanischen Kontinent hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Die Planungen für eine dezentrale Stromversorgung durch regenerative Energieformen gewinnt auch in ländlichen Gegenden immer mehr an Konturen. Doch gibt es auch Hindernisse: Anlagenbetreiber brauchen eine Planungssicherheit seitens der Regierungen, wie beispielsweise feste Einspeisetarife. Lieferanten hingegen benötigen neben auf den afrikanischen Markt abgestimmten Produkten auch lokale Partner, die sich um das Geschäftliche vor Ort kümmern.

Reichhaltiges Potenzial an Erneuerbaren

Ob Sonne, Wasser oder Wind: Afrika bietet ein reichhaltiges, natürliches Potenzial für alle drei Energieformen. Darüber hinaus sind immer mehr afrikanische Regierungen dabei, Ziele im Hinblick auf die Versorgung ihrer Länder mit erneuerbaren Energien zu formulieren. Kenia beispielsweise hat angekündigt, bis 2030 seinen gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen decken zu wollen. Dabei spielen ökonomische Gründe wie Einsparmöglichkeiten durch den Umstieg auf regenerative Energieformen momentan noch eine größere Rolle als klima- oder umwelttechnische Gesichtspunkte.

Die Landflucht nimmt in den meisten afrikanischen Staaten immer mehr zu, entsprechend investieren die Regierungen in die Stromnetze der urbanen Zentren und nicht im ländlichen Raum. Auf der einen Seite stehen daher lokale Lösungen wie die Solaranlage auf dem Dach für einzelne Haushalte oder der Anschluss ganzer Dorfgemeinschaften an das nationale Stromnetz derzeit nicht oben auf der Agenda der meisten afrikanischen Regierungen. Auf der anderen Seite finden in ländlichen Gebieten einiger afrikanischer Länder bereits technische Innovationen, wie mit Solarstrom betriebene Handymasten oder Signalanlagen für Züge, immer mehr Verbreitung.

Umweltschäden durch Holz als Hauptenergieträger

In Staaten wie beispielsweise Tansania hat dies gravierende Folgen für die Umwelt: Weil Holz hier immer noch als Hauptenergieträger verwendet wird und der Energieverbrauch tendenziell eher zunimmt, nimmt auch die Abholzung zu, während es an Wiederaufforstungsprojekten mangelt. Besonders in diesen Ländern könnten kleinere erneuerbare Energieanlagen dieser Entwicklung entscheidend entgegen wirken. Neben Subventionen für den Kauf solcher Anlagen mangelt es aber bisher oft auch an den nötigen Ersatzteilen und an Technikern, die aus der lokalen Bevölkerung stammen und zur Wartung der Anlagen im Stande sind.

Daniel Seemann

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