Ab in die Billigländer

Trotz steigender Ölpreise, Finanzkrisen und Klimawandel läuft das Geschäft bei Porsche auf Hochtouren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 (31.Juli 2007) konnte der Autmobilhersteller seinen Umsatz auf 7,4 Milliarden hochfahren und den Gewinn vor Steuern mit 5,857 Milliarden Euro verdreifachen. Mit geschickten Kurssicherungsgeschäften hat Vorstandschef Wendelin Wiedeking das Steuer fest in der Hand.

Auch sonst läuft alles wie geschmiert, Auftragseingänge für den neuen Cayenne, Nachfrage bei der 911er-Familie und Gewinne aus den VW-Anteilen(27,3%). Die Zahlen sind traumhaft – besser geht es kaum.

Ganz so traumhaft scheint es bei BMW nicht zu laufen. 2007 begann bereits mit einem Rückgang der Gewinne.

Für den Rückwärtsgang machte BMW Modellwechsel, den schwachen US-Dollar und den Japanischen Yen verantwortlich. Doch auch im dritten Quartal 2007 gab es wenig Jubel um Ergebnisse, die hinter den Erwartungen lagen. Die Begeisterung hielt sich auch nach der Jahresbilanz am 15.3.2008 in Grenzen. BMW rechnet mit weiteren Gewinnrückgängen. Die schwache US-Konjunktur, steigende Rohstoffpreise und, das ist nichts Neues, der sinkende US-Dollar sind schuld. Außerdem sollen die strengen Abgasvorschriften das Geschäft belasten und Unsicherheiten über die Höhe einer Kraftfahrzeugsteuer, die sich am Ausstoß von Kohlendioxid orientiert, Käufer verschreckt haben.

Die Erfolgshistorie BMW ist beeindruckend, doch der Druck wächst und Umsatzrenditen sollen gesteigert werden. Audi und Mercedes erwirtschaften 8% und 9%, bei BMW sind es 6,4%. Der Abbau von 8.100 Arbeitsplätzen, Einsparungen und Einschnitte, die zur „sicheren Unabhängigkeit“ beitragen sollen, werden es alleine nicht richten. Was soll die Zukunft also bringen?

Efficient Dynamics, so bezeichnet BMW „ökologisch“ optimierte Autos. Für den Stadtverkehr will BMW ein Auto entwickeln, das keine Schadstoffe mehr ausstossen soll. Dieses Wunderauto könnte mit einem Elektromotor ausgestattet ab 2012 erhältlich sein. Das klingt vielversprechend, doch wie BMW diese Ziele mit der bisherigen Schleichfahrt im Bereich alternativer Antriebstechnik erreichen will, ist nicht ganz klar.

In der AZ vom 19.3.2008 wird von Produktionsverlagerung in den US-Dollarraum, von einem Elektroauto und dem neuen Geländewagen X6 für den US-Markt, berichtet. Laut AZ plant BMW die Geländewagen X3, X5 und X6 in Spartanburg, South Carolina, vom Band rollen zu lassen und die Produktion bis 2010 um bis zu 50% zu erhöhen. Wie die AZ weiterhin berichtet, wolle sich der BMW Chef, Norbert Reithofer, in den USA einen Namen als „grüner Ingenieur“ machen. Für 2009 kündigte er den ersten BMW-Hybrid Motor an, der 20% weniger Kraftstoff verbraucht als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Die Diesel/Hybrid Kombination erlaube dem X5 (>2Tonnen) einen Verbrauch von nur noch 6,5 Litern (bisher 8,7 Liter Diesel). Über den Bau von Elektroautos für den US-Markt wolle BMW auch in 2008 entscheiden, so Reithofer lt. AZ.

Die Konkurrenz wird auch mit alternativen Antriebstechniken nicht auf BMW warten und erst recht nicht in den USA. Im Januar wurden bereits einige umweltfreundliche Modelle der Konkurrenz in Detroit vorgestellt:

Chrysler – Elektroantrieb
(Quelle: FOCUS-Online-Redakteur Bernhard Santer)
Toyota – Hybrid
(Quelle: FOCUS-Online-Redakteur Bernhard Santer)
Mazda – Wankelmotor mit Bioethanol
(Quelle: FOCUS-Online-Redakteur Gerd Stegmaier)

Add comment