Kleines Dorf ganz groß

Schon innerhalb der Solarbundesliga hat sich der kleine Ort Beuchten im Landkreis Wolfenbüttel einen Namen gemacht. Das etwa 380 Einwohner zählende Dorf lebt im Einklang mit der Natur und engagiert sich stark bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Insbesondere die Kraft der Sonne wird hier in vollen Zügen genutzt und bei Neubauten und Altbausanierungen auf Solarenergie gesetzt. 

Mit ihrer gemeinschaftlichen Wasseraufbereitung und Stromerzeugung streben die Dorfbewohner eine gänzliche Unabhängigkeit von den Energieversorgern an. Scheunendächer und Privathäuser werden von Sonnenkollektoren geziert, die mit fast 700 Watt erzeugter Energie pro Einwohner schon fast das angestrebte Ziel erreicht haben – rund ein Kilowatt wird in Beuchten als Verbrauch pro Kopf gerechnet, um den Strombedarf zu decken.

Damit aber noch nicht genug, auch in Sachen Bioenergie liegen die Beuchtener ganz weit vorne und wurden für ihr Engagement mit dem zweiten Platz beim Förderpreis der besten regionalen Konzepte im Bereich „Energie vom Acker“ bedacht. Einmal jährlich fällt in diesem bundesweiten Wettbewerb eine Entscheidung und neben viel Schulterklopfen gibt es natürlich auch entsprechende Preisgelder. Ins Leben gerufen wurde der Wettbewerb von der Fachzeitschrift dlz Agrarmagazin und der Firma Bayer Crop Sience Deutschland.

Ausschlaggebend für den zweiten Platz war für die Beuchtener der Einsatz eines jungen Ackerbauers, der zunächst mit einer Biogasanlage die Wärmeversorgung des gesamten Dorfes sicherstellen wollte. Durch einige Diskrepanzen mit einem Biogas-Investor – welche nun gerichtlich geklärt werden – sah sich der Landwirt gezwungen, kurzfristig umzudisponieren, schließlich hatten schon etliche Bewohner ihre Häuser umgerüstet. Mit seinem Einsatz und der nötigen finanziellen Investition aus eigener Tasche, baute er kurzerhand eine große Hackschnitzelheizung, welche nun die Wärmeversorgung für gut die Hälfte der Dorfbewohner sicherstellt. Würde nur ein Fünkchen dieses Einsatzes auf andere Städte und Gemeinden überspringen, so könnte der Wandel zu einer Energieversorgung aus erneuerbaren Energien schon bald vollzogen sein.

Den ersten Platz im Wettbewerb sicherte sich übrigens ebenfall ein Biogasbetreiber. Der Junglandwirt aus der Nähe von Flensburg beschäftigte sich eingehend mit der Frage, den elterlichen Milchviebetrieb weiterzuführen, beziehungsweise zu vergößern, entschied sich aber dann – nicht zuletzt wegen der immens niedrigen Milchpreise – für eine Betriebsumstellung in Richtung Biogas.

Judith Schomaker

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