Regenerative Energie kontra Haushaltsgeräteindustrie

Gemeinsam noch besser“, ein in vielen Firmen weit verbreiteter Slogan. Alle sollen ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, meist ist es eine Steigerung der Effektivität. Vorausgesetzt wird dabei die gegenseitige Unterstützung. Warum alleine an einer Aufgabe verzweifeln? Oft können Kollegen aus einem anderen Blickwinkel heraus bei der Problembewältigung helfen.

Ein guter Vorsatz, wenn dieser Plan auch häufig in der Praxis durch individuelle Interessen ausgebremst wird. Dieser Leitsatz müsste ähnlich auch auf andere Bereiche des täglichen Lebens übertragen werden. Nehmen wir den Bereich der regenerativen Energien, die Steigerung der Anlageneffizienz genießt höchste Priorität.

Windanlagen-Ingenieure tüfteln an immer größeren Anlagen mit aerodynamischeren Flügeln und anderen technischen Finessen, doch die Prognosen für die Zukunft sehen trotz Steigerung der Leistungsfähigkeit nicht rosig aus. Alternative Energien werden nur einen Teil der fossilen Energieträger ersetzten, zu schnell steigt der Bedarf an Strom. Hier könnte „Gemeinsam noch besser“ Anwendung finden. Um das zu verdeutlichen, drängt sich geradezu der Haushaltsgerätemarkt auf und dort insbesondere die Sparte der Elektrokleingeräte.

Staubsauger, Kaffeemaschinen und Toaster haben schließlich auch ihre Effektivität gesteigert – sie verbrauchen effektiv mehr Strom! Lag die Wattzahl bei Staubsaugern in den 80er Jahren noch bei 900 Watt, so sind heute Werte von über zwei Kilowatt keine Seltenheit, getreu nach dem Motto „viel hilft viel“. Verbrauchswerte moderner Kaffeemaschinen bewegen sich fast immer im Kilowattbereich und der Toaster hat seinen Verbrauch auch „mal eben“ verdoppelt. Dies sind nur kleine Beispiele aus dem Bereich der Haushaltskleingeräte und jeder kann sich anhand seiner eigenen Gewohnheiten errechnen, wieviel zusätzliche Energie das über das Jahr gesehen erfordert, interessant wird dann die Hochrechnung auf ca. 40.000 Haushalten.

Die Suche nach optimalen Anlagen darf nicht nur auf Hersteller von regenerativer Energietechnik beschränkt sein, „Kollegen“ aus anderen Bereichen können zu einer Entlastung der Probleme beitragen. Fairerweise muss erwähnt werden, dass es auch schon – oder immer noch – innovative Hersteller gibt, die Leistungssteigerung bei ihren Produkten durch Geräteoptimierung erreichen. Bei Großgeräten, wie Waschmaschinen und ähnlichen Gerätschaften des täglichen Gebrauchs, wird die Sparsamkeit mit einer guten Stufe in der Energieeffiziensklasse belohnt, das gibt Anreiz sparsamere Geräte herzustellen. Warum dann keine Energieklassen für die kleinen Haushaltshelfer?

Ludger Schomaker

Add comment