100 Prozent erneuerbare Energie

Ehrgeizige Ziele verfolgt derzeit die bayerische Landeshauptstadt München. Demnach sollen die Stadtwerke München bis zum Jahr 2015 den Strombedarf der gesamten Münchener Privathaushalte aus eigenen regenerativen Energiequellen decken. Bis zum Jahr 2025 könnten gar 100 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Dabei steht das Motto der Landeshauptstadt „München Solar durchDacht“ ganz im Zeichen der alternativen Energiegewinnung mittels Photovoltaik, denn künftig sollen zehn Prozent des Stroms aus diesem Bereich erzeugt werden.

Möglich macht diese aktive Klimatschutzbemühung überhaupt erst die einzigartige Zielvorgabe des Stadtrates, denn ursprünglich sollten die Stadtwerke verkauft werden. Jetzt bleiben sie aber doch in städtischer Hand, erklärt Oberbürgermeister Christian Ude gegenüber der Agentur für Erneuerbare Energien, was die Umsetzung des Ziels hin zu 100 Prozent erneuerbarer Energie realisierbar macht. So soll den Bürgerinnen und Bürgern der Landeshauptstadt künftig schmackhaft gemacht werden, Dachflächen für Solaranlagen zur Verfügung zu stellen oder in Solardächer zu investieren und so die Solarinitiative München aktiv zu unterstützen.

Neben dem Ausbau der solaren Stromversorgung steht aber auch das Vorantreiben der Geothermie für die Müchener Stadtväter auf dem Plan, um so die angepeilte 100 Prozent-Versorgung aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2025 durchsetzen zu können. Aber nicht nur vor Ort engagiert sich München für seine Vision, auch außerhalb der Landesgrenzen sind die Bayern an einigen alternativen Energie-Projekten beteiligt. So halten sie fast 50 Prozent der Anteile am „Andasol III“ in Granada, dem solarthermischen Großkraftwerk im Süden Spaniens und sind auch am Nordseewindpark „Global Tech 1“ zu 25 Prozent beteiligt.

Der beispielhafte Einsatz der Stadt München brachte ihr zudem die Auszeichnung „Energie-Kommune“ des Monats Oktober bei der Agentur für Erneuerbare Energien ein. Eine Würdigung die zeigt, dass gerade Großstädte aktiv zum Klimaschutz beitragen können und dass, durch die Ausnutzung sämtlicher Potenziale der erneuerbaren Energiequellen vor Ort, eine 100-Prozent-Versorgung auch in Ballungszentren machbar ist.

Judith Schomaker

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