100 Prozent sind möglich – für die ganze Welt

Studien haben gezeigt, dass Deutschland und die USA ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen produzieren könnten.  Auch ganz Europa könnte durch eine Vernetzung verschiedener erneuerbarer Energiequellen zu 100 Prozent von erneuerbaren Energien versorgt werden, mit Hilfe des „Super Smart Grids„. Wenn dies für hochindustrialiserte Regionen möglich ist, dann ist es nicht verwunderlich, dass auch die ganze Welt  über erneuerbare Quellen wie Wind, Sonne und Wasser mit Energie versorgt werden könnte. Dies wurde nun in einer Studie von Stanford University belegt.

Die Autoren Jacobsson und Delucchi verwendeten Daten der amerikanischen Energy Information Administration (EIA), um auszurechnen, wie viel Energie gespart werden könnte, wenn die Welt auf erneuerbare Energien umsteigen würde  – ohne fossile Treibstoffe und auch ohne Biofuels, da diese energetisch meist sehr uneffizient sind. Dabei ergab sich der erstaunliche Wert von 30% geringerem Energieverbrauch allein durch das Vermeiden ineffizienter Treibstoffe. Das enstspricht dem Stilllegen von 13.000 Kohlekraftwerken mittlerer Größe weltweit.Eine so hohe Energie-Ersparnis ist deswegen der Fall, weil das Verbrennen fossiler Treibstoffe meist energetisch sehr ungünstig ist. Im Allgemeinen beträgt dabei die energetische Ausbeute nur ungefähr 20-30 Prozent. Allerdings liegt die Ausbeute bei hochmodernen Kohlekraftwerken immerhin schon bei 43 bis 47 Prozent, und bei kombinierten Gas – und Dampfkraftwerken bei 60 – 80 Prozent. Die Ausbeute bei erneuerbaren Energien liegt im Durchschnitt bei ungefähr 80 Prozent.

Die Kosten für ein Umstellen der Energiequellen wären natürlich gewaltig, würden sich aber, wie auch schon andere Studien berechnet haben (allen voran die Studie von Sir Nicholas Stern), eindeutig lohnen.

Wind alleine könnte die Welt leicht mit Energie versorgen; Wind könnte sogar 5 bis 10 Prozent  mehr Energie liefern als nötig. Sonnenenergie könnte sogar 30 mal mehr Energie erzeugen als wir benötigen. Und dafür ist relativ wenig Platz nötig – nur ungefähr ein Prozent der gesamten Landfäche der Welt.

Die Möglichkeiten sind gegeben, um rechtzeitig zu handeln. Einzelne Regionen arbeiten schon an einem Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare. Aber wann endlich werden diese Möglichkeiten auch global in die Tat umgesetzt?

Maiken Winter

Quelle: Science Daily

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