Der erste Stromspeicher aus Natursteinen

Windenergie gilt als sauber und nachhaltig. Doch sie ist nur verfügbar wenn es windig ist. Ein neues Speichersystem soll das ändern.

In Hamburg wurde ein neuartiger Stromspeicher gebaut, der größtenteils aus Steinen besteht. Die Energie wird dabei in Form von Wärme gespeichert. Das soll deutlich günstiger sein als ein Großakku. Der deutsch-spanische Konzern Siemens Gamesa Renewable Energy will den Stromspeicher aus Steinen nutzen, um Strom seiner Windkraftanlagen zwischenzuspeichern und ihn bei Flaute wieder ins System zu speisen. Das Unternehmen erklärt, es wolle „die hochmoderne Rückkehr zur Steinzeit zu einem weiteren Standbein machen“. Wir erklären, wie das neuartige Speichersystem funktioniert.

Windenergie gilt als sauber und nachhaltig. Daher schießen in manchen Teilen Deutschlands Windräder wie Pilze aus dem Boden. In Hamburg beispielsweise. Dort herrschen optimale Bedingungen für Windkraftanlagen, da meist ein kräftiger Wind weht. Doch auch im windigen Hamburg kommt es hin und wieder vor, dass es windstill ist. Unternehmen nutzen daher meist Großakkus, um Windenergie zwischenzuspeichern und bei Flaute wieder ins Netz zu speisen.

Stromspeicher aus Steinen

In Hamburg-Altenwerder steht seit kurzem ein neuartiges Stromspeichersystem. Dieser sogenannte elektrothermische Energiespeicher soll dazu verwendet werden, überschüssigen Strom effizient und günstig zwischenzuspeichern. Diese Anlage soll dabei weit günstiger sein als die bisher verwendeten Großakkus. In Auftrag gegeben hat es das deutsch-spanische Unternehmen Siemens Gamesa. Der Konzern will dort einen Teil des Windstroms speichern, den seine Windkraftanlagen vor Ort erzeugen.

So funktioniert das neue System

Das System besteht aus rund 1000 Tonnen Naturstein. Die Steine stehen in einer extrem gut gedämmten Halle mit einem Volumen von 2000 Kubikmetern. Durch die gute Dämmung soll die Wärme nicht entweichen können. In der Halle wird ein riesiger Föhn mit überschüssiger Windenergie betrieben. Dieser erhitzt die Luft auf gut 600 Grad Celsius. Die heiße Luft strömt durch den Naturstein und erhitzt den Steinhaufen auf die gleiche Temperatur.

Wenn dann im Fall einer Flaute Strom benötigt wird, strömt erneut Luft durch die heißen Steine. Die dadurch erhitze Luft wird durch einen Wärmetauscher geleitet. Es entsteht Dampf. Der Dampf wiederum erzeugt dann mittels eines Turbogenerators Strom, der dann wieder ins System gespeist werden kann. Die Anlage hat laut Siemens eine Speicherkapazität von 30 Megawattstunden – so viel wie drei Großakkus. Sie kann hunderte Mal pro Jahr auf- und wieder entladen werden.

Erneuerbare Energie wird dauerhaft verfügbar

Im Juli soll die Anlage das erste Mal aufgeladen und Strom zurück ins Netz gespeist werden. Die Speicheranlage ist laut Siemens Gamesa als Vorstufe zu großen kommerziellen Systemen gedacht. Das Unternehmen erklärt, damit sei ein weiterer Meilenstein in einem der Schlüsselthemen der Energiewende erreicht: Erneuerbare Energie werde dauerhaft verfügbar.

Quelle: Siemens Gamesa

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