Wassersparen – Wie sinnvoll ist es?

Anders als in vielen Ländern auf der Erde befindet sich Deutschland in der komfortablen Situation, über ausreichend Trinkwasser zu verfügen. Derzeit nutzen wir heute nur 2,7 Prozent des verfügbaren Wasserdargebots als Trinkwasser. Für viele ist das Wassersparen dennoch ganz selbstverständlich. Seit 1991 ist die Trinkwassernutzung um 23 Liter auf nur noch 121 Liter pro Kopf/Tag gesunken. Doch lohnt es sich angesichts des reichhaltigen Dargebots überhaupt noch, Wasser zu sparen?

Gründe, mit Wasser sparsam umzugehen, gibt es dennoch. Vor allem beim Warmwasser lohnt es sich zu sparen. Der Grund: Je weniger warmes Wasser zum Kochen oder Duschen erhitzt werden muss, desto weniger Energie wird benötigt. Das wiederum spart Strom und entlastet das Klima – sowie die eigene Haushaltskasse. Das ist gerade in Zeiten des Klimaschutzes ein nicht zu vernachlässigender Aspekt.

Sparsame Verbraucher
Nicht nur der sparsame Verbrauch von Wasser, auch effiziente Haushaltsgeräte – wie wassersparende Armaturen, Waschmaschinen oder Geschirrspüler – helfen dabei den Deutschen weniger Warmwasser zu benötigen. Zukünftig wird der Wasserverbrauch wohl dadurch weiter zurückgehen. Im europäischen Vergleich der genutzten Mengen liegt Deutschland bereits im unteren Drittel – und dies ohne Einbußen an Komfort und Lebensqualität. Doch führen die geringen Mengen an benötigtem Wasser mancherorts auch zu Problemen. Nämlich dann, wenn das Wasser im Trinkwassernetz durch zu geringe Wassermengen, die durch die Leitungen fließen, stagniert. In der Folge bilden sich unangenehm riechende Faulgase, was die Trinkwasserqualität beeinträchtigt. Doch sollte der Verbraucher nun nicht eigenständig entscheiden, wann es sinnvoll ist, mehr Wasser durch seine Leitungen laufen zu lassen. Hierfür sind die Wasserversorger oder Abwasserentsorger vor Ort die kompetentere Lösung. Sie entscheiden, wann eine gezielte Durchspülung der Trinkwassernetze notwendig ist oder ob die betroffenen Netze langfristig umgebaut werden sollten.

Gefahr in Küstenregionen
Denn der Bezug von Trinkwasser ist gerade in den Küstenregionen – weltweit – ein kritisches Thema. Eine zu große Entnahme von Grundwasser in diesen Gebieten führt dazu, dass Salzwasser in das Grundwasser eindringt. Danach ist es als Trinkwasser kaum noch nutzbar. Durch den Klimawandel könnte sich der Nutzungsdruck auf das Grundwasser nun regional verschärfen. Denn es wird befürchtet, dass die Niederschläge dort zukünftig nachlassen oder das Niederschlagswasser zu einem höheren Anteil oberflächlich abfließt. Hier hilft Wassersparen, um den Wasserhaushalt zu entlasten und die Erschließung neuer Wasservorkommen zu vermeiden.

Sparsamkeit schont auch den Geldbeutel
Die Umwelt und das Klima profitieren vor allem dann, wenn in den Haushalten wenig Warmwasser verbraucht wird. Schätzungen des Umweltbundesamtes zufolge macht der Energiebedarf für Warmwasser durchschnittlich 12 Prozent des Gesamtenergiebedarfs eines Haushaltes aus. Ein Vollbad von 200 Litern beispielsweise kostet zwischen 3 Euro und 3,70 Euro. Duschen hingegen ist wesentlich billiger: Hier liegen die Kosten für 10 Minuten Duschen bei rund der Hälfte. Somit schont ein sparsamer Warmwasserverbrauch nicht nur das Klima, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

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