Wärmewende im Heizungskeller kommt gut an

Aufbau einer BrennstoffzelleAufbau einer Brennstoffzelle
Aufbau einer Brennstoffzelle

Mikro-Blockheizkraftwerke mit innovativer Brennstoffzellen-technik werden in Baden-Württemberg gefördert. Die Resonanz ist positiv. Der Energieversorger EnBW bietet den Endver-brauchern nun Contracting-Modelle für Kleinanlagen an.

„Wir sind positiv überrascht von der regen Nachfrage und wollen einen aktiven Beitrag zur Markteinführung der Effizienztechnik leisten“, sagt Frank Lorho, Sprecher Umwelt-ministeriums. Die Rede ist vom Förderprogramm „Wärme-wende im Heizungskeller“, das noch bis Ende Dezember läuft. Gefördert werden innovative Mikro-Kraftwärmekopplung-sanlagen (KWK) auf Basis der Brennstoffzellentechnologie mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt (kW).

  • Das könnte Sie auch interessieren:
  • Blockheizkraftwerke – Denzentrale Energieversorgung und Smart Metering
  • Virtuelle Stromspeicher und Effizienztechnik sparen Kosten

Die Kleinkraftwerke produzieren auf Erdgasbasis mittels eines elektroche-mischen Prozesses gleichzeitig Strom und Wärme und benötigen keinen elektri-schen Generator. Der maximale Zuschuss des Landes für eine Anlage beträgt 9.250 €. Das derzeitige Gesamtfördervolumen beträgt 800 000 €. Die Geräte müssen einen elektrischen Wirkungsgrad von mindestens 30 Prozent und einen Gesamtwirkungsgrad von mindestens 82 Prozent aufweisen. Zudem muss ein Wartungsvertrag mit einer Laufzeit von mindestens zehn Jahren vorliegen. 15 sogenannte Nachfragebündler, darunter Stadtwerke, Energieversorger, Elektrobetriebe und Hersteller, unterstützen das Programm. Laut Lorho sind seit vergangenen Sommer 127 Förderanträge eingegangen, 68 seien bislang bewilligt worden.

Die Mannheimer MVV Energie sieht eine positive Resonanz auf das Förderprogramm. „Wir sind beratend und als Vermittler zwischen Interessenten und Verkäufern von Brennstoffzellen tätig. In dieser Rolle hat MVV eine Vielzahl von Kunden beraten, vom Einfamilienhausbesitzer bis zu Investoren für Wohnanlagen. Dabei interessieren sich die Privatkunden vor allem für die Eigenstromnutzung und die Energiekostensenkung“, sagt Innovationsmanagerin Doris Wittneben.

Besonders aktiv ist die EnBW. In den vergangenen Jahren seien schon mehr als 180 Mikro-KWK mit Brennstoffzellentechnik bei Pionierkunden in Baden-Württemberg installiert worden, berichtet Konzernexperte Markus Edel. Um Kunden mit Erdgasanschluss den Einstieg attraktiv zu machen biete man nun erstmals für kleine Anlagen ein Contracting-Paket an. Die EnBW kauft hierbei die Anlage, übernimmt die Installation und kümmert sich für zehn Jahre um die Wartungsarbeiten. Für die Kunden fallen eine Anzahlung und eine monatliche Rate an, die verbrauchte Wärme wird über einen Spezialtarif abgerechnet. Der selbst erzeugte Strom kann von den Kunden kostenfrei genutzt werden, überschüssiger ins Netz eingespeister Strom wird über eine Gutschrift verrechnet. Die gesamten Investitionskosten für ein Brennstoffzellen-Mikro-BHKW liegen laut Edel derzeit bei rund 35.000 €. „Wichtig ist eine Verstetigung der Markteinführung, um die Stückzahlen zu erhöhen und die Brennstoffzellentechnik aus der Nische herauszubekommen“, sagt Edel. Ab kommendem Jahr plant das Bundeswirtschaftsministerium ein bundesweites Markteinführungsprogramm. Mini-KWK-Anlagen mit Brennstoffzellen leisteten „durch die besonders effiziente Erzeugung von Strom und Wärme einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, unterstreicht der Leiter der Landesenergieagentur (KEA) Volker Kienzlen.

Add comment