Verschwenderisches Bayern, sparsames Sachsen-Anhalt

Unterschiede beim Energiesparen

Energiesparen ist ein ständiges Thema in Zeiten stetig steigender Preise fossiler Energien und des Umstiegs auf ein auf erneuerbaren Energiequellen aufbauenden Stromsystems. Eine Umfrage zeigte nun, dass manche Regionen in Deutschland bei der Durchführung stromsparender Maßnahmen bereits wesentlich weiter vorn sind als andere. Zu den Spitzenreitern zählen die ostdeutschen Bundesländer.

Der Online-Shop für energieeffiziente Produkte Grünspar hat in einer Online-Umfrage rund 1500 Haushalte nach ihrer Ausstattung an energieeffizienten Haushaltslösungen gefragt. Wie viele Glühbirnen sind noch im Einsatz und wie viele LEDs? Werden schon Smart Home Systeme, wassersparende Vorrichtungen oder ausschaltbare Steckdosenleisten genutzt?

Die Ergebnisse zeigen, dass es große regionale Unterschiede beim Energiesparen gibt. Vor allem die Haushalte in den neuen Bundesländern sind mit deutlich mehr energieeffizienten Lösungen wie beispielsweise LEDs und Smart Home-Systemen ausgestattet. Sie sparen damit pro Haushalt mehr Energie durch energiesparende Alternativen ein als ein durchschnittlicher Haushalt im Rest der Republik. Ebenfalls sehr gute Energiesparer sind die deutschen Metropolregionen, wie etwa Hamburg, Berlin, Hannover, Frankfurt, München oder das Ruhrgebiet. Auch hier nutzen schon überdurchschnittlich viele Haushalte energiesparende Lösungen.

Die höchste Energieverschwendung pro Haushalt deutschlandweit haben die südlichen Bundesländer, darunter Bayern, Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz. Hier liegt die Energieverschwendung teilweise 200 Euro über der durchschnittlichen Verschwendung der ostdeutschen Haushalte. Die westlichen Bundesländer reihen sich im deutschlandweiten Vergleich im Mittelfeld ein.

Für eine hohe Energieverschwendung sorgen vor allem alte Glühbirnen, unregulierte Heizungen, Geräte im Standby-Modus und nichtwassersparende Wasserhähne und Duschköpfe. Die Beleuchtung macht zwar nur etwa zehn Prozent des häuslichen Stromverbrauchs aus, dafür sind LEDs rund 80% effizienter und bieten somit eines der größten Stromsparpotenziale im Haushalt. Ebenfalls viel Energie vergeuden elektrische Geräte im Standby-Modus. Laut der Deutschen Energie-Agentur dena machen Standby-Verbräuche rund elf Prozent des häuslichen Stromverbrauchs aus. Durch einfach anzubringende und ausschaltbare Steckdosenleisten ist diese Art der Energieverschwendung einfach zu vermeiden.

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Die Installation von wassersparenden Duschköpfen und Durchlaufbegrenzern lohnt sich vor allem deshalb, weil der Verbrauch von Warmwasser sehr energieintensiv ist. Achtzehn Prozent der Gaskosten im Haushalt entfallen auf die Wassererhitzung für Dusche und Co. Ebenfalls von vielen unterschätzt wird das Einsparpotenzial von Heizungen. Sie sind für etwa 70 Prozent des häuslichen Energieverbrauchs verantwortlich. Intelligente Heizungssteuerungssysteme wie etwa Heizkörperthermostate oder gleich ganze Smart Home-Systeme helfen dabei, Verbrauch und Kosten zu senken. Sie regulieren die Heizung kosteneffizient und energiesparend und passen sich den Gewohnheiten der Bewohner an.

So schrecken gerade die Macht der Gewohnheit, aber auch der Widerwille dagegen, erst in eine neue Lösung oder ein zusätzliches Gerät investieren zu müssen, bevor die Ersparnisse auf dem Konto sichtbar werden, immer noch viele Menschen ab. Doch vielleicht ist es für die Süddeutschen ein Ansporn, nun auf das Niveau ihrer ostdeutschen Mitbürger aufzuholen…

 

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