Umweltfreundliches und energieeffizientes Webhosting

Die Diskussion über Energieverbrauch und Einsparungen ist heute in vielen Bereichen eine Selbstverständlichkeit – ob Industriebetriebe, Autos auf unseren Straßen, der nachhaltige Hausbau oder die Wahl eines Ökostromlieferanten für die eigenen vier Wände.

Doch über einen der größten Energiefresser machen sich die meisten Menschen kaum Gedanken: das Internet. Das ist nicht verwunderlich, sitzen die meisten Internetnutzer doch am eigenen PC oder bedienen ihr kleines Smartphone.

Dass aber das Aufrufen von Webseiten, Bildern oder Suchanfragen in Suchmaschinen auch die Server der jeweiligen Anbieter dramatisch belastet, rückt nicht wirklich ins Bewusstsein.

Je nachdem, was alles in den Faktor „Energieverbrauch Internet“ gerechnet wird, sind es zwischen ein und zehn Prozent des gesamten Stromaufkommens, die dem Energiehunger des Word Wide Web zugerechnet werden müssen. Echtes umweltfreundliches Webhosting ist also nicht nur eine nette Werbekampagne oder das Beruhigen des eigenen Gewissens, sondern eine echte Notwendigkeit.

Kaum beachtet und doch eine der größten Umweltbelastungen überhaupt – das Internet

Werden die reinen Energiekosten betrachtet, die eine Suchmaschinenanfrage erzeugt, könnte eine Energiesparlampe eine Minute lang brennen. Doch die Server-Hardware muss ressourcenintensiv hergestellt und zum Einsatzort transportiert werden. Der dahinter stehende Server benötigt dann für die Kühlung nochmals genau dieselbe Menge Strom wie für den eigentlichen Betrieb. Werden diese Faktoren berücksichtigt, ist eine einzige Suchmaschinenanfrage gleichzusetzen mit einer Energiesparlampe, die eine geschlagene Stunde leuchtet. So liegt der reine Energieverbrauch des Internets bei rund einem Prozent des gesamten Stromverbrauchs weltweit.

Bezieht man Mobilfunknetze, Serverherstellung, Transporte und Betrieb der selbigen und den über das Internet verursachten Warenversand mit ein, verschlingt das Internet etwa zehn Prozent unseres momentanen Energiebedarfs. Wer also einen Server oder Webspace mieten möchte, ist gut beraten, auf einen energie- und umweltfreundlichen Hintergrund zu achten.

Webhoster verfolgen verschiedene Ansätze beim grünen Hosting

Dabei verfolgen die Webhoster verschiedene Ansätze. Ein aktuelles Zauberwort der Branche heißt „klimaneutrales Hosting“. Sicher ist dieses Konzept zumindest auf dem richtigen Weg, aber nicht langfristig zufriedenstellend. Klimaneutral bedeutet, ein Hoster nutzt herkömmlichen Strom für seinen Serverbetrieb und kauft dafür Emissionszertifikate. Über diese Zertifikate wiederum werden dann grüne Energieprojekte weltweit finanziert. Der eigene, an sich umweltschädliche Verbrauch soll also neutralisiert werden, indem woanders dieselbe Menge emissionsfreie Energie erzeugt wird. Solange nachhaltige und umweltfreundliche Energiegewinnung noch in den Kinderschuhen steckt und sehr viel investiert werden muss, sicherlich ein guter Weg.

Andere Webhoster gehen aber noch einen Schritt weiter. Sie beziehen ihren Energiebedarf aus echtem grünen Strom. Entweder beziehen sie den Strom über Organisationen, welche zum einen aus Windkraft, Solarenergie oder Wasserkraft gewonnenen Strom einspeisen und andererseits Gewinne in neue nachhaltige Energieprojekte stecken. Ein guter Anzeiger für solche Unternehmen ist das ok-power Gütesiegel des EnergieVision e.V.

Welcher Anbieter bietet nun wirklich nachhaltig umweltfreundliches Hosting?

Ein weiterer, jedoch nicht minder wichtiger Einsparungsfaktor kann bei der Wahl nach einem grünen Hoster zurückgestellt werden: Hardware, die einen geringen Stromverbrauch hat. Der Wettbewerb im Hosting ist so hart, dass die Betreiber überall Kosten sparen müssen. Nur wer günstige Preise anbieten kann, bleibt wettbewerbsfähig. Dass Webhoster wie Hosteurope dabei auch gezielt auf energieeffiziente Hardware setzen, bringt also der Konkurrenzdruck schon mit sich. Das Unternehmen verfolgt jedoch ein ganzheitliches Konzept und setzen neben energieeffizienter Hardware und Ökostrom zusätzlich auf modernste Kühltechnik und Energiesparsysteme in seinem Rechenzentrum und konnte so Energieeinsparungen von über 4.000 Megawattstunden jährlich verzeichnen.

Wer nun wirklich Green-Webhosting bevorzugt, sich aber unsicher ist, kann sich auf neutralen Seiten über die tatsächliche Umweltfreundlichkeit von Webhostern informieren. Denn leider gibt es einige Hoster, die sich Klima- und Umweltschutz aus reinen Marketingzwecken, ohne wirkliches Konzept, auf die Fahne schreiben. Ob des großen Energiehungers des Internets ist es jedoch dringend an der Zeit, wirklich auf umweltfreundliche Strategien zu setzen.

Natalie Hartmann

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