Ü20-Solaranlagen – behalten, erweitern oder erneuern?

Quelle: IBC SOLAR

Über 18.000 PV-Anlagen erreichten zu Jahreswechsel das Ende des EEG-Förderzeitraums – und das sind nur die Anlagen der ganz frühen Solar-Pioniere. Bis Ende 2025 werden rund 190.000 PV-Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von rund 2 GWp das Ende der 20-jährigen Förderung erreicht haben. Viele Photovoltaik-Anlagenbesitzer sind verunsichert, welche Möglichkeiten es für den wirtschaftlich sinnvollen Weiterbetrieb der Anlagen gibt und welche Schritte sie unternehmen sollen, wenn die Förderung ausläuft. Online-Solarrechner können dabei helfen zu ermitteln, welche Varianten es für den Weiterbetrieb einer PV-Anlage gibt. Je mehr individuelle Kriterien der betreffenden Anlage dabei berücksichtigt werden, desto genauer ist die Auskunft.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist nach wie vor ein wichtiger Hebel für den Ausbau der Solarenergie. Es gewährt jedem Anlagenbetreiber eine Förderung von 20 Jahren. Mit dem zwanzigsten Geburtstag des EEGs haben die ersten Photovoltaikanlagen das Ende ihrer Förderungsperiode erreicht. Und nun? Technisch spricht nichts gegen einen längeren Betrieb der PV-Anlagen. Laut Aussage des Fraunhofer Instituts gibt es keine Gründe, warum ein qualitativ hochwertiges Photovoltaikmodul nicht 40 Jahre oder mehr halten sollte.

„Die Möglichkeiten für einen Weiterbetrieb sind vielseitig und viele Anlagenbesitzer sind verunsichert, welche Schritte sie unternehmen sollen, wenn die Förderung ausläuft,“ erklärt Andreas Grey, Leiter Vertrieb Deutschland bei IBC SOLAR. „Online-Rechner bieten daher eine gute Orientierungshilfe. Bisherige Rechner verfügen allerdings meist über sehr begrenzte Berechnungsparameter und zeigen dann entsprechend auch nur wenige mögliche Optionen an. Hier wollen wir mehr Transparenz bieten.“

Individuelle Parameter machen Berechnung genauer

Beim Ü20-Solarrechner von IBC SOLAR können PV-Anlagenbesitzer beispielsweise bis zu 15 Parameter – wie das Jahr der Inbetriebnahme, die Anlagengröße, den Stromverbrauch im Haushalt, etc. – individuell anpassen. Sie erhalten dann durchschnittlich fünf Optionen für die zukünftige Anlagennutzung. Dabei zeigt das Online-Tool sowohl, welche Optionen besonders der Umwelt zu Gute kommen, als auch die rentabelsten Varianten. Hierbei werden zudem Kriterien wie zusätzliche Investitionen, Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekte berücksichtigt.

Das EEG 2021 sieht vor, dass ausgeförderte Anlagen mit bis zu 100 Kilowatt Leistung (kWp) bis 2027 weiter wie bisher betrieben werden können. Schaut man sich den für 2020 erstmals ermittelten Solar-Jahresmarktwert von 2,458 Cent pro Kilowattstunde (kWh) an, und zieht dann noch die Vermarktungsgebühr der Netzbetreiber und Versicherung der Anlage ab, kann dies jedoch schnell zum Verlustgeschäft werden. Falls dazu auch noch eine Reparatur anfällt, wird ein Weiterbetrieb der Anlage unrentabel. Wirtschaftlicher ist in vielen Fällen eine Umstellung auf Eigenverbrauch und eine Einspeisung des Überschusses. Auch ein Ausbau der Anlage oder das Nachrüsten mit einem Speicher kann sich lohnen. Aus rein finanziellen Aspekten kann sich selbst die Investition in eine neue Anlage rentieren. Denn einerseits ist ein Großteil der in den frühen 2000ern installierten PV-Systeme aufgrund der damals relativ hohen Kosten für Solarmodule eher klein. Andererseits liefern neue Module zudem etwa die doppelte Nennleistung auf derselben Fläche.

Ein Rechenbeispiel mit dem Ü20-Solarrechner


Bei einer im Jahr 2001 installierten PV-Anlage mit 5kWp und einem Haushaltsstromverbrauch von 3000 kWh im Jahr, rentiert sich ein Weiterbetrieb mit Volleinspeisung finanziell nicht wirklich. Auch wenn keine Reparaturen anfallen, wird bei 900 kWh/kWp Stromerzeugung und einer daraus resultierenden Stromeinspeisung von 4500 kWh mit einem Jahresmarktwert von 2,458 ct/kWh abzüglich 0,4ct Vermarktungsentgelt kaum ein wirtschaftlicher Vorteil erzielt. Die Stromerlöse lägen in diesem Beispiel bei €92,61 abzüglich €30-80 für die Zählermiete sowie der Versicherung.

Die Umstellung auf Eigenverbrauch wäre in diesem Fall eine rentablere Variante. Wenn rund 33 Prozent oder 1.400 kWh als Eigenverbrauch genutzt werden und der Rest mit den oben genannten Konditionen eingespeist wird, so ergibt sich eine Stromkostenersparnis von €432,74. Hinzu kommen €63,79 Erlöse durch die Netzeinspeisung. Das rechnet sich auch noch nach Abzug von Zählermiete und Versicherung.

Falls die Motivation der PV-Anlagenbesitzer ein möglichst hoher Eigenverbrauch sowie mehr Energieunabhängigkeit ist, dann lohnt es sich über die Investition in ein Speichersystem nachzudenken.

„Unsere Erfahrungen bestätigen, dass die aktuell beliebtesten Modelle für den Weiterbetrieb von Ü20-Anlagen die Umstellung zum Eigenverbrauch mit oder ohne Speicher sind“, resümiert Andreas Grey.

Zum „Solarrechner für Ü20-Photovoltaikanlagen“ von IBC SOLAR geht es hier: https://www.ibc-solar.de/ue20-rechner/

 

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