Szenariorahmen für Stromausbau erreicht die Klimaziele nicht

Mit dem derzeitigen Szenariorahmen zum Stromnetzausbau werden Klimaziele verfehlt
Stromausbau muss ambitionierter sein

Unsere Bevölkerung wird immer größer und unser Strombedarf immer höher. Dazu legen die Übertragungsnetzbetreiber alle zwei Jahre einen Szenariorahmen vor. Dabei gibt es drei Szenarien: das konservative, das mittlere und das ambitionierte Szenario. Sie alle beinhaltet den wahrscheinlichen Kraftwerkspark und den künftigen Strombedarf. Außerdem gehen sie alle drei auch in unterschiedlichem Ausmaß auf neue Entwicklungen ein. Zu dieser vorgestellten Grundlage für den Stromnetzausbau können nun alle Stellung nehmen, die später alle abgewogen werden. Deutsche Umwelthilfe DUH, Germanwatch und WWF äußern in ihrer Stellungnahme allerdings Kritik.

Diesen Mittwoch endete das Konsultationsverfahren zum Szenariorahmen für den Stromnetzausbau 2019-2030. Darin werden drei Szenarien erarbeitet, die auf unterschiedlichen Wegen die Energieversorgung der nächsten Jahre planen. Die Deutsche Umwelthilfe DUH, Germanwatch und WWF kritisieren nun jedoch, dass die aktuelle Stromnetzplanung nicht genug auf die Klimaziele von Paris eingeht. Denn keines der drei Szenarien würde derzeit den zügigen Kohleausstieg und bis 2050 den Ausstieg aus den fossilen Energien Öl und Gas hervorbringen. Will Deutschland jedoch seinen Anteil zur Umsetzung des Pariser Abkommens leisten, muss bereits in den Plänen bis 2030 darauf hingearbeitet werden, sonst wird die Zeit bis 2050 zu knapp.

Der Szenariorahmen muss ambitionierter sein

Derzeit orientieren sich alle drei Szenarien an dem veralteten Energiekonzept aus 2010. Damals war für den Stromnetzausbau noch ein Minderungsziel von 80 Prozent bis 2050 vorgesehen. Damit liegt der Maximalwert an Emissionen 2030 bei 184 Millionen Tonnen CO2. Um Deutschlands Ziele und die zwei-Grad-Temperaturmarke einhalten zu können, ist dieser Wert aber immer noch zu hoch. Denn um diese Ziele wirklich erreichen zu können, dürfte die 80 Prozent Minderung höchstens im konservativen Szenario zu finden sein. Das mittlere und das ambitionierte Szenario zum Stromnetzausbau müssten stattdessen eine Minderung von 95 Prozent vorsehen. Zudem müssen alle Szenarien den Anteil von 65 Prozent Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch als Basis nutzen, der jetzt im Koalitionsvertrag festgelegt wurde.

Quellenangaben: mangelhaft

Desweiteren kritisieren DUH, WWF und Germanwatch die Transparenz der Quellen, die dem Szenariorahmen zugrunde liegen. Laut dem Umweltverbänden sei es „schwer bis überhaupt nicht nachzuvollziehen, welche wissenschaftlichen Studien den Annahmen im Einzelnen zugrunde liegen. Für einen so wichtigen Prozess wie den Netzausbau, der Menschen in ganz Deutschland unmittelbar betrifft, ist das nicht akzeptabel.“

Quellen: DUH, Germanwatch, WWF