Strom trifft Wärme

Energie-Sharing

Für das Funktionieren der Energiewende sind mehr dezentrale Energieerzeugungskapazitäten erforderlich. Doch deren Einsatz, gerade bei mittelständischen Unternehmen, scheitert oft an den Details. Ein Startup aus Berlin will das nun ändern.

Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) können einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten. Sie tragen wesentlich zur Stabilisierung der Netze bei, indem sie die volatile Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie ausgleichen. 2011 lag der Anteil von KWK-Anlagen am Strommix allerdings bei nur 15,4 Prozent – ein mittelmäßiger Wert im europäischen Vergleich.

Großes Potenzial, ungleiche Bedürfnisse

Dabei können KWK-Anlagen äußerst effizient die Energiekosten signifikant senken. Sie rechnen sich aber nur, wenn sowohl die produzierte Wärme als auch der Strom genutzt werden. Viele Unternehmen benötigen entweder viel Strom oder viel Wärme und können daher selten das gesamte Potenzial von Blockheizkraftwerken (BHKW) ausschöpfen. Genau hier setzt das Berliner Cleantech-Unternehmen FutureWatt an. Auf dem Internetportal www.strom-trifft-wärme.de können Interessenten geeignete Partner für ihren jeweiligen Bedarf ermitteln.

„Unser Ansatz ist einfach“, sagt Geschäftsführer Philipp Pausder. „Wird bei der Erzeugung von Strom die anfallende Wärme genutzt, steigt der Wirkungsgrad eines Blockheizkraftwerkes deutlich“. Das Internetportal bringe Unternehmen mit komplementärem Strom- und Wärmebedarf zusammen, so Pausder weiter. „Damit sparen alle Parteien, denn die Energiekosten sinken gegenüber einer getrennten Erzeugung von Strom und Wärme um bis zu 40 Prozent“.

Energie-Partnersuche online

Der Eintrag auf der Plattform ist kostenlos und unverbindlich. Die Unternehmen müssen lediglich ihre Postleitzahl sowie die Menge und Art ihres Wärme- und Stromverbrauchs eingeben. Anschließend werden zueinander passende Profile zusammengeführt. Haben sich zwei Partner gefunden, unterbreitet FutureWatt den beiden Parteien ein passendes Konzept für Finanzierung und Betrieb der KWK-Anlage.

Für die Energieerzeugung kommen BHKW zum Einsatz. Der darin erzeugte Strom ist von der EEG-Umlage befreit und ermöglicht es dem Betreiber, einen Strompreis von neun bis zwölf Cent pro Kilowattstunde anzubieten. Da ab dem 1. Januar 2013 der Strompreis durch die nächste EEG-Umlage-Erhöhung um 1,69 Cent pro Kilowattstunde steigen wird. Bei einem typischen Strompreis für ein mittelständisches Unternehmen von 13,5 bis 17 Cent bedeutet dies eine Erhöhung um bis zu 12,5 Prozent. Der von der EEG-Umlage befreite BHKW-Strom könnte hier also eine interessante Alternative darstellen.

Daniel Seemann

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