Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Energiemanagement

Energie sparen

Dass die Kosten für die Beschaffung der zur Produktion benötigten Primärenergie die letzten Jahre gestiegen sind, ist nicht neu. Diese Spirale nach oben wird durch geringere Ressourcen der fossilen Energieträger sowie durch steigende Energiesteueranteile weiter beschleunigt. Doch wie können Betriebe ihre Energiekosten reduzieren?

Die Energiekosten sind das Produkt aus Energiepreis mal Energiemenge. An der Höhe des Energiepreises können Betriebe durch Preisverhandlungen vielleicht einen kleinen Einfluss nehmen. Dieser wird durch die steigende Energiesteuer jedoch aufgefressen. Einsparungen kann man erreichen in dem man die verbrauchte Energiemenge nachhaltig reduziert. In jedem Unternehmen schlummern erhebliche Potentiale von nutzlos verbrauchter Energie.

Wo sind diese Reserven und wie kann ich diese entdecken?

Ziel ist, das Bewusstsein über den hohen ökonomischen und ökologischen Stellenwert im Umgang mit Energie zu vertiefen. Die Erhöhung der Energieeffizienz ist in der Produktion und Verwaltung die zentrale Aufgabe an die Energieverantwortlichen. Jetzt stellt sich die Frage: Wie genau können Energiekosten reduzieren werden ohne die Produktion negativ zu beeinflussen?

Dazu gibt es viele Ansätze in den unterschiedlichsten Bereichen. Hierzu gehören unter anderen die Optimierung des Energielieferungsvertrages, Verbesserung des Produktionsablaufes oder auch der Austausch von Maschinen und Anlagen gegen energieeffizientere Produkte. Bei der Suche nach Lösungen und Verbesserungen verwendet man die Schwachstellenanalyse. Wo sind die Stärken und die Schwächen im Umgang mit der eingesetzten Energie? Überstürzter Aktionismus – ohne die großen Energieverbraucher und deren Energieabnahmeverhalten zu kennen – wird in den wenigsten Fällen jedoch zielführend sein.

„Einen Betrieb ohne Energiedatenmanagement zu steuern ist wie Autofahren ohne Tacho. Irgendwann misst ein anderer für Sie und dann wird es teuer“, so Peter Pfitzenmaier, Projektmanager der Firma KBR GmbH, die Energiedatenmanagementsysteme entwickelt. Ihr System „visual energy“ hilft Energieströme in allen Bereichen, von der Energieversorgung bis zu einzelnen Verbrauchern, transparent zu halten. Dadurch können Verbräuche der verschiedenen Medien erfasst sowie Schwachstellen und Einsparpotentiale erkannt werden.

Energiedatenerfassung als Werkzeug zur Energieeffizienz

Ein weiterer großer Vorteil einer Energiedatenerfassung liegt in der Bewertbarkeit der ausgeführten Maßnahmen, was ohne Monitoring nicht oder nur näherungsweise möglich wäre. Mit dem Einsatz eines solchen Systems sichern sich Firmen die Konkurrenzfähigkeit und tragen zur Erhaltung der Energieressourcen und somit zum aktiven und nachhaltigen Umweltschutz bei. Die webbasierte Analysesoftware visual energy von KBR GmbH zum Beispiel unterstützt im Betrieb die unterschiedlichen Abteilungen in deren vielseitigen Aufgabenstellungen. Geschäftsführung, Einkauf, Controlling, Technik und weitere Abteilungen benötigen Energiedaten für die verschiedensten Aufgaben: Kontrolle der Energieabrechnung, Nachkalkulation von Produktkosten, Kostenstellen sowie Energienutzen.

Energiesteuervergünstigungen

Die Roadmap 2020 der Bundesregierung beinhaltet unter anderem die Steigerung der Energieeffizienz, den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung und die Verminderung des umweltschädlichen CO2-Ausstoßes. Die Steigerung der Energieeffizienz wird durch die Regierung gefördert. Dies wurde durch das Gesetz zur Änderung des Strom- und Energiesteuergesetzes vom 5. Dezember 2012 beschlossen. Die Zertifizierung nach ISO 50001 oder EMAS ist mittlerweile den meisten Energieverantwortlichen ein Begriff.

Welche steuerliche Entlastung es auf dem Gebiet der Energiesteuern für das einzelne Unternehmen konkret gibt, muss von einem Experten für Energiesteuerrecht, wie einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, beurteilt werden. Wenn man sich vor Augen führt, dass zu den Kosten jeder verbrauchten Kilowattstunde derzeit noch einmal über 7,5 Cent Energiesteueranteile dazukommen, ist die Steuerrückerstattung das Sahnehäubchen auf der eigentlichen Ersparnis. Deshalb liegt der Fokus auf der nachhaltigen Reduzierung der eigesetzten Primärenergie.

Der Umgang mit Energie entscheidet mehr denn je über den Erfolg von Unternehmen. Gleichzeitig gewinnt ein funktionierendes Energiemanagement eine immer größer werdende Schlüsselposition für Industrie und Gewerbe.

Christian Wiedemann

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