Münchener Cleantech-Konferenz: Heraus-forderungen & Chancen der Energieeffizienz

Als wirtschaftlich erfolgreichste Stadt Deutschlands ist München ein beliebter Standort für Technologie-unternehmen. Doch nicht nur die strukturellen Indikatoren (Arbeitsmarkt, Wohlstand und Infrastruktur) machen die Isar-Metropole als Niederlassung für Industrie und Gewerbe interessant.

Auch das Networking-Angebot in der bayerischen Hauptstadt ist sehr attraktiv. So hat sich das „Munich Network“, ein Unternehmernetzwerk für Gründung, Wachstum und Wertentwicklung der Technologieunternehmen in der Region, die Vernetzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)- sowie Cleantech-Unternehmen auf die Fahnen geschrieben.

Auf Netzwerkveranstaltungen, wie beispielsweise dem „WakeUp!“ – einem Frühstück für Mitglieder der IKT-Industrie – oder dem „CleantechEve“, treffen sich Unternehmer, Investoren, Start-ups, Wissenschaftler und Interessierte, um Informationen, Einblicke und Erfahrungen über aktuelle Entwicklungen dieser Märkte sowie Technologien auszutauschen. Die Treffen sind beliebte Plattformen für das Knüpfen neuer Kontakte und Kooperationen.

Besondere Highlights sind die Munich Network Konferenzen, wie jüngst die 3. Münchener Cleantech-Konferenz am 24. Juni 2010, auf der hochkarätige Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft ihr Wissen mit den Munich Network-Mitgliedern teilten. Über 200 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung, die diesmal ganz unter dem Motto „Energieeffizienz – Herausforderungen und Chancen für Technologien und Innovationen zur Effizienzsteigerung in der Energieerzeugung, -Speicherung, -Leitung und des -Verbrauchs“ stand.

In seinem Eröffnungsvortrag über den „Zukunftsfonds – mit massiven Investitionen, erneuerbaren Energien und Energiesparen zum ökologischen Wirtschaftswunder“ schlug Prof. Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender des B.A.U.M. e. V., vor, bei einem aktuellen Geldvermögen von 4.800 Milliarden Euro einen Anteil von ein, zwei oder fünf Prozent in einen Fonds zu investieren, der finanzielle Mittel für Energieeffizienzmaßnahmen, erneuerbare Energien und Energieeinsparprogramme vergibt, die sich innerhalb von zehn Jahren amortisieren. Der Zinsertrag läge laut Gege für den Anleger bei sicheren fünf Prozent.

Sein Nachfolger auf dem Podest, Dr. Georg Kofler, fesselte das Publikum mit einem Vortrag über „Energieeffizienz und Klimaschutz als Geschäftsmodell“. Der Manager, der vor allem als Geschäftsführer beziehungsweise Vorstandsvorsitzender der Fernsehsender ProSieben und Premiere Bekanntheit erlangte, führt seit Mai 2008 die Kofler Energies Aktiengesellschaft, eines der führenden unabhängigen Energiedienstleistungsunternehmen in Deutschland.

Kofler postulierte, dass eine 50-prozentige Reduktion des Energieverbrauches ohne Komfortverlust zu realisieren sei. Das größte Einsparpotenzial sah er dabei im Gebäudebestand. So würde eine Effizienzsteigerung von zehn Prozent in diesem Bereich mehr Emissionen vermeiden, als der Autoverkehr insgesamt produziert. Außerdem sei jede gesparte Kilowattstunde unvergleichlich günstiger als jede produzierte. Weshalb es sich auch finanziell lohnt, in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren.

Auch die Vorträge der weiteren Referenten – wie zum Beispiel über „Intelligente Energiesysteme der Zukunft“ von Stephan Kohler (dena) und die Sparsamkeit der LEDs von Elke Eckstein (Osram) – stießen auf großes Interesse. In mehreren Workshops wurden die Möglichkeiten technologischer Innovationen in den Bereichen intellligente Stromnetze, Beleuchtung, Energieeffizienz in Gebäuden sowie Heizen und Kühlen diskutiert. Außerdem nutzten vier Start-ups die Chance, sich bei einer so genannten Pitch-Session potenziellen Investoren vorzustellen.

Corinna Lang

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