Lohnt sich ein BHKW?

Blockheizkraftwerke, kurz BHKW, sind eine umweltschonende Alternative zu konventionellen Heizkesseln, vor allem wenn sie mit nachwachsenden Rohstoffen befeuert werden. Die Frage ist, ob sich die Anschaffung auch wirtschaftlich rechnet.

Ein Blockheizkraftwerk ist eine Anlage zur Gewinnung von Wärme und elektrischer Energie mittels Kraft-Wärme-Kopplung. Angetrieben wird ein BHKW über einen Motor, beispielsweise einen Verbrennungs- oder einen Dampfmotor.

Dabei können unterschiedliche Kraftstoffe eingesetzt werden. Die von Blockheizkraftwerken erzeugte Wärme und der erzeugte Strom werden üblicherweise direkt vor Ort genutzt. Wird mehr Strom erzeugt, als benötigt, so lassen sich die Überschüsse in das öffentliche Stromnetz einspeisen.

Hohe Investitionskosten

Ein Blockheizkraftwerk ist teurer in der Anschaffung als eine herkömmliche Heizungsanlage – nahezu doppelt so hoch. Ein BHKW für ein Einfamilienhaus kostet zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Damit sich die Anschaffung rechnet, sollte es so oft wie möglich in Betrieb sein. Ideal sind um die 4.000 Vollaststunden jährlich, das entspricht etwa der Hälfte des Jahres.

In Anbetracht der hohen Investitionskosten sollte sich die Anschaffung eines BHKW natürlich lohnen. Zunächst einmal spart man die kompletten Stromkosten und ist sozusagen abgekoppelt von ärgerlichen Strompreisschwankungen und -erhöhungen. Neben dieser Einsparung kann man die hohen Anschaffungskosten aber zusätzlich über die EEG-Einspeisevergütung sowie das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Gesetz) wieder hereinholen.

Die Förderung nach dem KWK-Gesetz kommt generell für alle KWK-Anlagen in Frage. Die Vergütung setzt sich zusammen aus dem üblichen Preis, der an der Leipziger Strombörse EEX erzielt wird, dem KWK-Zuschlag, der für jede erzeugte Kilowattstunde gezahlt wird, ganz gleich ob der Strom selbst genutzt oder eingespeist wird, und drittens der Vergütung der vermiedenen Netzkosten durch die dezentrale Energieerzeugung.

Um von der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu profitieren, muss man sein Blockheizkraftwerk ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen betreiben. Das wären etwa Pflanzenöle wie Rapsöl, Biodiesel oder Biogas, aber auch Holzpellets oder Holzhackschnitzel. Die Einspeisevergütung ist vor allem dazu da, die Mehrkosten für die nachwachsenden Rohstoffe zu decken und dadurch einen Anreiz zu geben, sein BHKW nachhaltig zu betreiben. Wobei Nachhaltigkeit schon wieder fragwürdig wird, wenn beispielsweise Palmöl aus Indonesien verwendet wird.

  • Das könnte Sie auch interessieren:
  • ZuhauseKraftwerke werden auf Biogas umgerüstet
  • „Energie-Sharing“: Strom trifft Wärme
  • Pelletskraftwerk für Zuhause liefert Strom und Wärme

Für wen sich die Anschaffung lohnt

Wie schon genannt, rentiert sich ein Blockheizkraftwerk vor allem dann, wenn es gut ausgelastet ist. Betreiber mit einem hohen und konstanten Wärmebedarf wie etwa Krankenhäuser oder Schwimmbäder sind mit der Anschaffung eines BHKW also gut beraten. Generell gilt: je größer Anlage und Leistung, desto lukrativer. Das ist enttäuschend für Eigenheimbesitzer, die mit dem Gedanken an die Anschaffung eines Mini-BHKW spielen: Anlagen mit einer Leistung von bis zu einem Kilowatt rechnen sich kaum. Besser sieht es bei größeren Anlagen bis zu 50 Kilowatt aus. In Mehrfamilienhäusern, Gewerberäumen oder Siedlungen kann sich die Nutzung eines BHKW durchaus rentieren.

Josephin Lehnert

1 Kommentar

  • Natürlich Lohnt sich das !! Aber nur wenn man das BHKW mit Altöl/Hydrauliköl oder Knallgas betreibt. Letzteres ist ein Geschlossener Kreislauf und benötigt lediglich Wasser für die Gasherstellung. Jeder etwas Technisch begabte kann so ein BHKW selbst Bauen.Aber keine Angst, wenn zuviele solcher Anlagen in den Kellern Rattern gibts von den Volkszertretern garantiert eine BHKW-Benützungs-Steuer !!! Wünsche noch viel Freude in der EU-BRD !!

    Ps.Ich fahre auch Gebrauchtes Hydraulik Öl in meinem Diesel PKW ( mind.50% Einsparung ) Legal ? Da kräht kein Hahn danach hier im Sonnigen Africa !!