LichtBlick und Tesla starten Zusammenarbeit

Der Stromanbieter LichtBlick und der US-Batteriehersteller Tesla planen eine langfristige Zusammenarbeit. Gemeinsam wollen sie im deutschen Stromnetz Zwischenspeichern für erneuerbare Energien installieren. Batteriebesitzer sollen am Gewinn beteiligt werden.

Tesla hatte Anfang Mai einen neuartigen Energiespeicher lanciert, der überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen kann. Solarstrom und Windenergie lassen sich damit optimal zwischenspeichern. Die Powerwall-Akkus eignen sich für Haushalte, Gewerbebetriebe oder Klein- und Mittelständische Unternehmen.

Das Energie- und IT-Unternehmen Lichtblick will die Tesla- Batterien in den deutschen Strommarkt integrieren. Die Akkus sind in der Lage mit dem Stromnetz zu kommunizieren. In Spitzenzeiten, wenn zu viel Strom produziert wird, fließt der Strom in die Batterie und steht für einen späteren Bedarf zur Verfügung. Ist Flaute oder schlechtes Wetter kann der gespeicherte Strom genutzt werden.

Lichtblick hat Erfahrung auf dem Gebiet. Derzeit steuert das Unternehmen etwa tausend kleine dezentrale Blockheizkraftwerke über seine IT-Plattform, den Schwarm-Dirigenten. Die Blockheizkraftwerke sind zu einem digitalen Kraftwerk zusammengeschlossen und versorgen Kunden mit Wärme und mit Strom. Der Schwarm-Dirigent soll auch die Koordination der Powerwall Batterien übernehmen. Wer eine Tesla-Batterie installiert und diese in den Schwarm von LichtBlick integriert, kann doppelt profitieren. Zum einen nehmen die Batterien überschüssigen Strom aus Wind- und Solarkraft aus dem Stromnetz auf. Bei Engpässen kann dieser entweder direkt genutzt oder wieder in das Netz eingespeist werden. Akku-Besitzer sollen für beides, Speicherung und Einspeisung, Geld erhalten. Wer eine Powerwall Batterie von Tesla erwirbt und in den Tesla-Schwarm integriert, erhält eine Beteiligung an den Energiemarkt-Erlösen von LichtBlick.

Tesla baut eigentlich Ladeakkus für Elektroautos. Diese hängt Tesla jetzt quasi an die Wand. Die neuen Tesla-Batterien gibt es in unterschiedlichen Modellen. Version eins kann in einem wöchentlichen Zyklus aufgeladen werden und hat eine Kapazität von 10 kWh. Version zwei lässt sich täglich aufladen und fasst 7 kWh. Ein normales deutsches Einfamilienhaus kann damit etwa 14 Stunden lang betrieben werden. Zum Vergleich: Eine Glühbirne verbraucht etwa 0,1 kWh pro Stunde, ein Kühlschrank 4,8 kWh, eine Waschmaschine 2,3 kWh und ein Laptop 0,1 kWh. Es können mehrere Batterien nebeneinander installiert werden.

„Die neuen Tesla-Batterien markieren einen Meilenstein, denn kostengünstige und leistungsfähige Speicher sind eine Schlüsseltechnologie der dezentralen Energie-Revolution“, sagte LichtBlick-Gründer und CEO Heiko von Tschischwitz bei der Vorstellung der neuen Akkus in Los Angeles. „LichtBlick vernetzt lokale Batterien zu einem leistungsstarken Schwarm-Stromspeicher. Die optimierte Nutzung millionenfach installierter Batterien auch außerhalb der Gebäude ist der entscheidende Schritt, um die dezentrale Energiewelt zum systembestimmenden Fundament unserer Energieversorgung zu machen.“

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Zunächst planen Tesla und LichtBlick eine Kooperation in Deutschland. Künftig soll die Zusammenarbeit aber auf andere EU-Ländern, die USA, Australien und Neuseeland ausgedehnt werden.

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