Eurostat: Energieverbrauch deutlich gesunken

Der Energieverbrauchin der EU ist niedriger als 1995

Das Statistikamt Eurostat hat gestern bekanntgegeben, dass der Bruttoinlandsenergieverbrauch innerhalb der EU deutlich gesunken ist. Er sei im Jahr 2013 mit 1,666 Millionen Tonnen Rohöleinheiten so niedrig gewesen, wie zuletzt in den frühen 1990er Jahren und verglichen mit dem bisherigen Spitzenverbrauch im Jahr 2006 um über neun Prozent gefallen. Das liege vor allem an den noch immer spürbaren Auswirkungen der Wirtschaftskrise, aber auch die Energiesparpolitik, wie die Richtlinien über die Gesamteffizienz von Gebäuden und PKW und die Modernisierung des alten Kraftwerksparks in den Ostblockstaaten, habe zu dem gesunkenen Verbrauch beigetragen, sagte gestern ein Energieexperte laut dem Nachrichtenmagazin „Zeit Online„.

Die Rohöleinheit ist eine Maßeinheit für die in Form von Heizstoffen vorhandene Energie, bzw. den Energieverbrauch, beispielsweise bei der Stromerzeugung. Eine Rohöleinheit entspricht dabei dem Brennwert einer Tonne Rohöl mit niedrigem Heizwert.

In der EU war der Energieverbrauch zuletzt vor über 20 Jahren (1994) niedriger als 2013. In Deutschland ist der Energieverbrauch laut Statistik sogar niedriger als 1990 . Damals wurden in der Bundesrepublik noch rund 356 Megatonnen (Mtoe) Rohöleinheiten Energie verbraucht. Im Jahr 2013 waren es hingegen nur noch 324, 3 Mtoe.

Im Jahr 2013 war der Hauptenergielieferant innerhalb der EU, trotz des Atomausstiegs Deutschlands, noch immer die Kernkraft. Sie lieferte 29 Prozent der selbst erzeugten Energie. An zweiter Stelle liegt aufgrund des schnell voranschreitenden Ausbaus von Solar- und Windkraft bereits die erneuerbare Energieerzeugung mit 24 Prozent Gesamtanteil am EU- internen Energieverbrauch. An dritter Stelle liegt die Kohleverstromung (20 Prozent) gefolgt von Erdgas (17 Prozent) und Erdöl ( neun Prozent).

Insgesamt produzierte die EU 2013 790 Mtoe Energie – verbrauchte aber 1.666 Mtoe. Knapp über die Hälfte der benötigten Energie (53 Prozent) musste 2013 demnach aus Drittländern importiert werden. Das zeigt, wie abhängig die EU noch immer von Stromimporten ist. Auch Deutschland ist stark auf den Zukauf von Energie angewiesen. Während einige Mitgliedsstaaten wie Estland (11.9 Prozent) und Dänemark (12,3 Prozent) nur sehr wenig Energie zukaufen mussten, war 2013 fast zwei Drittel (62.7 Prozent) der in Deutschland verbrauchten Energie importiert worden. Nur Spanien (70.5 Prozent) und Italien (76.9 Prozent) waren 2013 noch stärker von Energieimporten abhängig.

Doch obwohl Deutschland so viel Energie zukaufen musste, waren sie 2013 einer der größten Energieproduzenten in der EU. Deutschland lieferte laut Statistikamt knapp 121 Mtoe Rohöleinheiten, dass sind 15 Prozent der insgesamt 2013 in der EU erzeugten Energie. Der Anteil der Erneuerbaren lag dabei laut Eurostat bei 27.9 Prozent. Nur Frankreich erzeugte, vor allem durch die Atomkraft (80,9 Prozent), mit 135 Mtoe noch mehr Strom (17 Prozent) und ist damit der größte Energieerzeuger in der europäischen Gemeinschaft.

Beim Anteil der Erneuerbaren schneidet Deutschland zwar nicht schlecht ab, dennoch gab es zahlreiche Mitgliedsstaaten, die weit mehr ihres Bedarfs durch regenerative Energieerzeugung decken. Allen voran Zypern und Malta, die schon 2013 zu 100 Prozent auf die Erneuerbaren zurückgriffen. Doch auch Portugal (97.5 Prozent) und Lettland (99.7 Prozent) nutzen fast ausschließlich erneuerbare Energiequellen zur Stromerzeugung. An letzter Stelle liegen laut Statistik übrigens die Niederlande. Nur 6.2 Prozent ihres Stroms stammt aus regenaerativer Energieerzeugung.

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2 Bemerkungen

  • Die fossilen Brennstoffe tragen nicht nur zur Umweltverschmutzung bei, Ihr Vorrat ist auch endlich, sie werden uns nicht ewig zur Verfügung stehen. Die Atomenergie birgt, wie verschiedenen Ereignisse gezeigt haben, zumindest momentan nicht beherrschbare Risiken. Wir sind also schon in unserem eigenen Interesse gehalten, uns neue Energiequellen zu erschließen, die uns lange zur Verfügung stehen und die sauber genug sind, dass dieser Planet und damit auch wir überleben können.

  • Bei Zypern, Malta, Lettland und Portugal handelt es sich um verhältnismäßig kleine Staaten, die vermutlich auch nicht so stark unter der Pest des Lobbyismus zu leiden haben. Diese kleinen Länder haben zwar auch Korruption, aber die spielt sich dort offenbar nicht auf so hoher Ebene ab, wie bei uns…