England erhält größten Akku Europas

Im Nordwesten Londbons baut der britische Stromnetzbetreiber UK Power Networks die größte wiederaufladbare Batterie Europas. Hier soll regenerativ erzeugter Strom aus Wind– und Sonnenenergie zwischengespeichert werden.

Der Großspeicher entsteht in Leighton Buzzard in der englischen Grafschaft Bedfordshire am dortigen Umspannwerk. Mit der Herstellung dies Riesen-Akkus ist Younicos zusammen mit Samsung SDI und S&C Electric Europe betraut. Die einzelnen Akkus mit einer Speicherkapazität von insgesamt zehn Megawattstunden liefert Samsung, während Younicos für die Regeltechnologie und das Akkumanagament zuständig ist.

Das Projekt Smarter Network Storage (SNS) verfolgt das Ziel der Integration erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Sonnenenergie in das reguläre Stromnetz zu testen. Durch die Speicherung von Energie sollen witterungsbedingte Schwankungen in der Strombereitstellung durch Erneuerbare ausgeglichen werden. Durch Frequenzregulierung und Verschiebung von Lastspitzen soll der Akku das Stromnetz effektiver stabilisieren als thermische Kraftwerke und mehr Platz im Netz schaffen für saubere aber leider diskontinuierlich verfügbare erneuerbare Energien. Außerdem sollen sonst notwendige Netzausbaumaßnahmen in Höhe von über sechs Millionen Britischen Pfund eingespart werden.

Energiespeicher verbessert Netzstabilität

Das voll-automatisierte Sechs-Megawatt- beziehungsweise Zehn-Megawattstunden-Smarter Network Storage Batteriekraftwerk soll helfen, die Rolle von Energiespeichern zur kosteneffizienten Umsetzung der britischen CO2-Reduzierungsstrategie (UK Carbon Plan) bewerten zu können. Zusätzlich wird das übergeordnete Stromnetz entlastet. Die Projektlaufzeit ist auf eine Dauer von vier Jahren von Januar 2013 bis Dezember 2016 angesetzt.

Andrew Jones, Managing Director von S&C Electric Europe, erklärt: “Durch ihre inhärenten Eigenschaften stabilisieren Energiespeicher das Netz. Sie können damit die Herausforderungen, die der Dekarbonisierungsplan des Vereinigten Königreichs an das Netz stellt, bewältigen. Im Augenblick gibt es jedoch noch wenige Großspeicherprojekte und deswegen nicht genug Vertrauen in die Technologie. Unsere praktische Demonstration verspricht die Stärken und Grenzen von Speichern aufzuzeigen und so dieser Schlüsseltechnologie zu helfen ihr Potential im Übergang zu einer CO2-armen Volkswirtschaft auszuschöpfen”.

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Nick Heyward, Commercial Manager, UK Power Networks, konstatiert: „UK Power Networks freut sich mit S&C Electric Europe, Samsung SDI und Younicos im Smarter Network Storage Projekt zusammenzuarbeiten, um so wichtige Erkenntnisse über die Wirtschaftlichkeit von Großspeichern zu erlangen. Wir sehen Speicher als eine wichtige Lösung, um zukünftige, intelligentere Netze zu ermöglichen. Diese praktische Demonstration wird uns helfen zu verstehen, wie Speicher zum Nutzen unserer Kunden effizienter und kosteneffektiver eingesetzt werden können.”

Josephin Lehnert

2 Bemerkungen

  • Es mag sich bei diesem Projekt mit 10 MWh ja um ein doch schon recht ansehnlich große Batterie handeln, aber die Behauptung es würde sich dabei um den ‚größten Energiespeicher Europas‘ handeln ist blanker Unsinn.

    Abgesehen von den vielen Pumpspeicherwerken in Europa, die allesamt wesentlich größer sind, einige davon sogar um den Faktor 10.000 größer, sind sogar Exoten wie das CAES-Kraftwerk in Huntorf und der thermische Speicher des ANDASOL CSP-Kraftwerkes in Spanien bedeutend größer, letzterer mit 1,05 GWh thermisch und ca. 400 MWh elektrisch.

    Das alte Batteriespeicher-Kraftwerk in Berlin sollte auch in derselben Größenordnung gelegen haben, bevor es dann nach dem Ende des kalten Krieges ausgemustert wurde, da völlig unrentabel.

    Tatsächlich werden dezentrale Stromspeicher für die Energiewende noch sehr wichtig werden, speziell um die Stabilität der Netze in Zukunft garantieren zu können, aber es ist nach wie vor sehr fraglich ob Batterien dafür wirklich die geeignetste Technologie sind.