Energiemanagement mit System

Energiemanagement

2011 trat die ISO 50001 in Kraft, eine weltweit gültige Norm, die Unternehmen eine Anleitung bieten soll, wie sie nach einem Plan-Do-Act-Check-Prinzip ein systematisches Management ihres Energieverbrauchs einrichten können. Durch strategische und technische Maßnahmen soll der Energiebedarf bewusst gesteuert und dadurch Energie eingespart werden. An dieser Stelle setzt das Projekt enerMAT an. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie arbeitet das Fraunhofer-Institut mit vier mittelständischen Unternehmen aus Sachsen daran, ein Entwurfsverfahren für ein softwaregestütztes Steuerungstool zu entwickeln.

Unter den Unternehmen sind ein Bauunternehmer, zwei Softwarefirmen und ein IT-Dienstleister. Mit dem Tool sollen sämtliche Gebäudeinstallationen in das Energiemanagement mit einbezogen werden, es geht also über die schon jetzt mögliche Kopplung von Heizungs- und Lüftungssystem zur Reduzierung des Heizbedarfs hinaus.

Das Projekt läuft bereits seit einem Jahr: Die Anforderungsdefinitionen stehen nun fest. Jetzt werden Demonstrationsobjekte (ein Wohn- und ein Bürogebäude) projektiert. Bis 2015 wollen die Partner ein Verfahren erarbeitet haben. Mit dem daraus entstehenden Tool sollen nicht nur Energie und Energiekosten, sondern auch an anderen Stellen Kosten eingespart werden. Die Kosten für Entwicklung und Inbetriebnahme eines integrierten Energiemanagements beispielsweise sind derzeit hoch und schrecken daher Unternehmen und Hausbesitzer ab zu investieren – trotz der Einsparungen der Energiekosten. Auch diese Kosten soll das neue Tool deutlich redutzieren.

Nützen wird das ganze primär Unternehmen und Häuslebauern, die noch am Anfang ihrer Planungen stehen, denn um den vollen Energiesparnutzen zu erreichen, wollen die Forscher die Verbraucher, Erzeuger und Speicher integrieren und von vornherein aufeinander abstimmen.

Darüber, wie die Anforderungsdefinitionen genau aussehen und wie sich die Forscher die Lösung genau vorstellen, halten sie sich bis jetzt allerdings recht bedeckt – für genauere Informationen werden wir wohl die Fertigstellung der Demonstrationsobjekte abwarten müssen.

Judith Mantei

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